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Meine Laune ist mies, es ist besser ihr sprecht mich Heute nicht an.

DIES & DAS

Untitled Engel der Nacht

BROKEN WINGS

Vorwort You're not enough 1-10 You're not enough 11-20 You're not enough 21-30 You're not enough 31 -End

It's need always simple life 1-10 It's need always simple life 11-20 It's need always simple life 21-30 It's need always simple life 31-End

Credits

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Chapter twenty one:

 

Mali warf Sandra einen tödlichen Blick zu. Was erlaubte dieses Biest sich eigentlich in ihren Sachen rumzuschnüffeln?

Was dachte sie bitte wer sie war? – aber vor allem, wie hatte sie das raus gefunden?

Malika hatte schließlich mit niemandem außer Tom darüber gesprochen. Hatte Tom vielleicht…? Nein, das war völlig schwachsinnig so etwas überhaupt von ihm zu denken.

Es konnte einfach nicht wahr sein, dass diese kleine Hure davon wusste.

Warum hatte Mali damals eigentlich mit Tom geschlafen? Richtig, - sie war nicht mehr mit Finn zusammen gewesen.

„Malika… ich… ich kann das echt nicht glauben… was… wie kommt sie dazu so etwas Absurdes zu behaupten?“, fing Finn an, er starrte sie traurig und zu gleich unglaublich verletzt an. Er konnte es einfach nicht glauben, dass Lian nicht sein Sohn sein sollte.

„Wie ich dazu komme… Ich darf mal Lachen, okay? Ich bin an das Handy von deiner werten Freundin gegangen, als dort stand; Tom Kaulitz ruft an. Natürlich wollte ich schon immer mal mit ihm sprechen und um ehrlich zu sein, war es das Beste, was ich je getan habe. Er hat etwas von einem Vaterschaftstest gelabert. Natürlich hat mich das stutzig gemacht und ich habe mich darum gekümmert den Rest rauszubekommen. Ich habe es weiterhin verfolgt.

Sie hat zu ihrem Pech, aber zu meinem Glück ihr Tagebuch bei dir vergessen. Ich habe es natürlich gelesen; Von Anfang bis Ende. Es war echt nett zu erfahren, wie der Sex mit Tom Kaulitz war.“, Mali hatte innerlich schon tausende von Spitznamen für Sandra gefunden, aber sie blieb bei ‚Hure’.

„Mali.. Ist das wahr?“, fragte Finn. Er hatte Tränen in den Augen.

„Ich… Finn… Nein… Sie stellt es total falsch dar. Ich gebe zu, ich habe mit Tom geschlafen, aber zu dem Zeitpunkt waren wir gar nicht zusammen. Ich weiß auch, dass es falsch war und ich bereue es, aber es ist nun einmal so und ich kann es nicht mehr ändern. Ich hatte so viel mit Tom zu tun in der Zeit. Er war wie mein bester Freund. Mir ist klar, dass er auch mein Ex ist, aber ich liebe nur dich. Nur dich. Verstehst du was ich dir damit sagen will?

Ich habe in dir den Mann fürs Leben gefunden… Ich kenne dich schon mein ganzes Leben und ich möchte das in Zukunft auch nicht ändern…“, sie schluchzte leise auf und heiße Tränen bahnten sich den Weg über ihre Wangen. Finn wandte sich ab. Sandra lachte triumphierend auf.

„Malika…, ich kann das nicht. Ich gehe.“, sagte Finn und schaute sie todtraurig an. In dem Moment zerbrach ihr Herz in Tausende von kleinen Stückchen. Es tat so weh, Finn gehen lassen zu müssen.

„O-okay, aber nimm deine Ach-so-tolle Ex-Freundin bitte mit.“, sagte Mali und der Tränenfluss verstärkte sich um einiges. Malika merkte gar nicht, wie die Tür sich schloss und dann kurze Zeit später wieder öffnete. Tom stand an der Tür mit einem großen weißen Umschlag in den Händen.

„Mali, ich hab die Testergebnisse.“, flüsterte er betreten, denn er hatte Mali noch nie so am Boden zerstört gesehen.

Langsam beruhige sie sich wieder und blickte Tom nervös, ängstlich und zugleich auch neugierig an. Tom öffnete langsam den Umschlag… Malikas und Toms Nerven langen wortwörtlich blank. Er entfaltete das Papier. Seine Augen huschten schnell über das Stück Papier, was über ihre beide Leben entscheiden sollte.

„Mali… ich… warte… ich lese vor. Die Vaterschaft ist zu 99,99% bewiesen.“, las und seine Augen begannen zu flackern. Er weinte. Tom weinte…

Lian war sein Sohn. Seiner und Malis. Es war bewiesen mit 99,99%.

Lian Kaulitz.

 

Chapter twenty two:

 

Mali blickte ausdrucklos hoch. Von diesem Papier, welches sie Tom aus der Hand genommen hatte. Sie hatte es nicht glauben wollen, dass…dass Tom der Vater war. Doch es stand da. Schwarz auf weiß. Klar und deutlich. Die Vaterschaft war bewiesen.

Mali ließ ihren Tränen freien Lauf. Sie konnte sie nicht mehr zurückhalten. Nichts ging mehr. Rein gar nichts. Für sie stürzte soeben eine Welt zusammen, die sie sich mit Finn zusammen aufgebaut hatte.

Einfach so. Und das nur wegen Tom. Sofort schob sie ihm jegliche Schuld zu.

„Tom…du Arsch, verschwinde. Lass dich nie wieder bei mir blicken. VERPISS DICH!“, schrie sie ihn an. Weinte. War wütend. Wusste nicht mehr, was sie da tat.

„He, nein, bitte…, ich…ich kann verstehen, wenn das jetzt so plötzlich kommt, aber…, Mali, gib das nicht auf…, nicht…er ist mein Sohn!“ „Ja, und das ist das Problem, du Arsch. Man, wieso hattest du mich nur wieder rumgekriegt? Wieso hast du mich nur wieder gefickt? Kannst du deinen Schwanz nicht woanders reinschieben? Oder gottverdammt nochmal aufhören Kinder zu zeugen?!“

„Mali…, nein, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Bitte…ich…“ „Tom, verschwinde. Verschwinde einfach. Platze nicht mehr in mein Leben. Lian ist Finns Sohn. Finn ist sein Daddy, auch wenn du ihn erst zustande gebracht hast, aber Lian ist meiner und Finns Sohn. Sieh es ein und jetzt mach das du dich hier schleunigst verpisst!“, warf Mali ihm weitere Drohungen an den Kopf. Niedergeschlagen schloss er hinter sich die Tür. Mali ließ sich schluchzend auf dem Boden nieder. Wieso? Warum?

Tom hingegen hatte das alles völlig kalt gelassen. Mit heiterer Miene als Mail, machte er sich auf den Weg zum Loft und wurde dort von Bill begrüßt, der ihn argwöhnisch musterte. „Nee, oder? Du hast das nicht ernsthaft gemacht, oder?“ „Was ´n?“, fragte Tom seinen Bruder irritiert, da er wirklich nicht wusste, worauf er hinaus wollte. „Sag mal spinnst du? Bist nun vollkommen übergeschnappt? Natürlich weiß ich, was du gemacht hast. Und du weißt doch genau, was ich meine. Wie kannst du nur so hinterhältig sein?“ „Oh man, Bill, glaubst du wirklich, dass ich das mit mir machen lasse? Ich liebe sie verdammt nochmal. Ich kann mir ein Leben ohne Mali einfach nicht mehr vorstellen. Man, ich kann’s einfach nicht. Ich liebe sie und ich will mit ihr zusammen sein. Weißt du eigentlich wie schwer es mir fiel, damals? Dann noch die Sache mit dir…ich…ich war echt am Ende…und nun hatte ich die einmalige Gelegenheit mir mit ihr ein Leben aufzubauen.“ „Aber doch nicht ein Leben auf einer Lüge basierend. Man, du bist echt vollkommen verrückt. Weißt du das dass Gesetzeswidrig ist? Wenn man ein Testergebnis fälscht?“ „Nein, ja, ach man, ist mir auch vollkommen egal. Ich…habe einfach keinen anderen Ausweg gesehen, als ich den Brief aufgemacht habe…“ „Tom…du musst mit Mali reden. Sonst tu ich es.“ „Nein, Bill. Halte dich diesmal aus den Angelegenheiten von mir und Mali raus, ja? Das führt zu nichts. Und ich werde es ihr sicher nicht sagen. Ich werde zu ihr gehen. Das fordern, was mir zusteht!“, fuhr er aufgebracht fort und machte sich dann einige Minuten wieder auf den Weg zu Mali. Sie hatte sich sicher wieder beruhigt und war sicher in der Lage, vernünftig mit ihm zu reden.

Er hoffte es.

Leise klopfte Tom schließlich an die Tür und Mali machte ihm auf. Mit verheultem Gesicht und Lian auf dem Arm.

„He, ich…darf ich meinen Sohn bitte sehen?“, forderte er. „Nein, verschwinde!“, fuhr sie ihn an.

„Man, Mali, ich kann doch auch nichts dafür!“ Und ob er was dafür konnte.

Nur Mali wusste davon nichts. Noch nichts?

„Man, Tom, du hast mir gerade alles genommen. Mein Leben. Indem du der Vater meines Sohnes bist. Wieso verstehst du das nicht? Ich liebe Finn! Und du kannst nichts daran ändern…du weißt doch überhaupt nicht was Liebe ist und wie stark sie sein kann!“, warf sie ihm weiter alles an den Kopf.

„Mali, ich…ich will wirklich nur dein Bestes. Und nun lass uns doch bitte vernünftig darüber reden, wenn ich könnte, würde ich das doch rückgängig machen. Wirklich! Aber ich freue mich auch. Nun lass uns endlich normal miteinander reden!“ „Ja, warte!“, zischte Mali, die noch immer erbost und erschüttert über die Nachricht war, und brachte Lian zu Bett, um sich nun dem von Tom geforderten Gespräch widmen zu können.

„Also…, ich habe mir auch schon einige Gedanken gemacht…, was hältst du davon, wenn du mit dem Kleinen immer zu mir kommst, wenn ich da bin und dann…, dann bekommen wir das schon hin. Und na ja, wegen der Presse und Blah…, ich denke das bekomme ich hin. Schließlich soll Lian von alle dem weit entfernt aufwachsen und nicht im Ruhm von Tokio Hotel…“ „Sag mal was Redest du da eigentlich? Weißt du eigentlich noch was du da für eine Scheiße laberst? Mir geht’s richtig mies. Du bist der Vater meines Kindes und du redest davon, wie es werden könnte, wenn und so…, ich hab einfach genug…“, fuhr Mali ihm dazwischen und brachte ihm damit zum Schweigen.

 

Chapter  twenty three:

 

Tom ließ traurig und enttäuscht seine Schultern hängen. Wenn er nicht aufpassen würde, dann würde der Plan, den er sich so toll zurechtgelegt hatte nicht aufgehen. Bill durfte nicht dazwischen funken, denn wenn er es tun würde, dann wäre Alles für die Katz.

Tom konnte sich die Gelegenheit einfach nicht entgehen lassen, er liebte Mali doch noch immer, auch wenn er es nie sagte und der Kuss hatte alles wieder zum kochen gebracht.

Tom war nach Hause gefahren und jetzt öffnete er die Haustür.

Bill kam ihm entgegen.

„Na, hast du es ihr gesagt, dass du nicht der Vater bist?“, fragte er und schaute ihn mitleidig an. Tom schüttelte den Kopf – natürlich hatte er es ihr nicht gesagt, schließlich wollte er doch für sie die Nummer eins sein und Finn sollte ihm die Position nicht stehlen. Dafür würde Tom alles in Kauf nehmen.

Eigentlich tat es ihm weh, Mali weh zu tun, aber in dem Moment interessierte es ihn recht wenig.

Er wollte Mali und Lian einfach nur bei sich haben. Auch wenn Lian nicht sein Sohn war, es interessierte ihn nicht im Geringsten, Hauptsache Mali war bei ihm.

„Tom, ich schwöre dir bei allem was mir heilig ist, ich werde zu Malika gehen und es ihr sagen. Das ist Urkundenfälschung, Junge. Ich erkenn dich echt nicht mehr wieder. Langsam bin ich es echt leid, du weißt ganz genau, ich liebe Mali und ich sehe es einfach nicht ein, dass du sie belügst und das nur zu deinem Vorteil!“

Bill schrie seinen Bruder an. Er sollte verstehen, dass man so nichts erreichen konnte, doch Tom schüttelte nur den Kopf. Bill fasste genau in dem Moment einen Entschluss. Er würde zu Malika in Krankenhaus fahren und ihr die ganze Wahrheit sagen, und den Original Vaterschaftstest würde er auch mitnehmen. Tom war nicht der Vater – Finn war es.

Bill wollte schließlich nur, dass Mali glücklich war und wenn sie es nicht mit ihm oder Tom war, dann war sie es eben mit Finn. Bill akzeptierte, dass Malika Finn liebte, nur Tom tat es nicht. Es war das Beste. Warum sollte Tom seinen eigenen egoistischen Plan zu Ende führen können? Bill suchte den Vaterschaftstest, den Tom dummerweise, aber zu Bills Vorteil im Arbeitszimmer liegen lassen hatte, zog sich schnell was an und fuhr dann los. Inzwischen hatte auch er es geschafft seinen Führerschein zu machen. Er und seine Band waren im Moment so wie so in Hamburg, weil sie an ihrem neuen Album arbeiteten, also war der Weg nicht sonderlich weit bis zum Altonaer Allgemeinen Krankenhaus.

Bill war nicht hinterhältig. Er tat einfach das, wovon er wusste, dass es richtig war. Die Affäre mit Malika hatte ihn geprägt. Er war ein ehrlicher Mensch geworden.

Er liebte Malika über alles, aber er wusste, sie würde nie mit ihm glücklich werden.

Das ging nur mit Finn. Sie liebte ihn über alles.

Er öffnete die Fahrertür seines neuen Autos, eines schwarzen Porsches, stieg ein, drehte den Zündschlüssel und fuhr los. Im Radio lief nur Mist. Er stellte es irgendwann aus.

Bald fuhr Bill auf den Parkplatz des Krankenhauses, stellte den Wagen ab und stieg aus.

Gott sei dank hatten die Reporter nicht all zu viel von Malikas Schwangerschaft mitbekommen, und deshalb standen auch nur ganz wenige vor dem Krankenhaus.

„Herr Kaulitz… sind Sie der Vater, oder ist es Ihr Bruder?“, fragte einer der Reporter und hielt Bill ein Mikrofon vor die Nase, welches ganz schlimm nach Gummi roch.

„Herr Kaulitz, ist es Ihr Kind?“, wurde er wiederum von einem anderem gefragt.

Bill ging kommentarlos durch die kleine Meute von Fotographen und Reportern.

Er betrat das Krankenhaus und bald darauf klopfte er an die Zimmertür von Mali.

Ein leises ‚Ja’, begleitet von einem Schluchzen bedeutete ihm, dass er reinkommen dürfe.

Bill öffnete die Tür und sah, dass Mali wieder vollkommen alleine war.

„Was willst du denn hier?“, schluchzte sie und schaute ihn dabei verwundert an.

„Ich muss mit dir reden, Malika. Es ist echt wichtig, es geht um Tom…“, begann Bill.

„Boah, komm mir nicht mit dem. Es genügt, dass Lian von ihm ist, da muss es nicht auch noch was zu bereden geben, echt nicht, geh bitte, Bill.“, Tränen rannten an ihren Wangen hinunter.

„Aber…“, begann Bill leicht verzweifelt.

„Es gibt nichts zu besprechen, Bill. Tut mir leid, geh bitte.“, bat sie noch einmal und tatsächlich ging Bill.

Er musste mit jemandem darüber reden, Mali würde ihm höchstwahrscheinlich so wie so nicht glauben, vielleicht würde Finn…?

Wahrscheinlich nicht und doch könnte Bill es doch einfach ausprobieren, er stieg bald darauf wieder in seinen Porsche und machte sich auf den Weg zu Finn. Den Weg kannte er noch. Er hatte ihn sich gemerkt, als sie zu Tom in die Reha gefahren waren.

Der Weg war schließlich nicht schwer, wenn man den Weg zu Malika kannte.

Er fuhr los und als er da war, klingelte er an der Tür.

Finn öffnete und starrte ihn ungläubig an…

„Was willst du denn hier?“, fragte er entsetzt, überrascht und abwertend zugleich….

 

Chapter twenty four:

 

„Ich muss mit dir reden! Können wir uns kurz irgendwo hinsetzten?“, fragte Bill Malis Freund, der daraufhin nur spöttisch eine Augenbraue hochzog. „Ich wüsste nicht, was ich mit dir zu besprechen hätte. Du und dein Bruder habt schon viel zu viel Schaden angerichtet!“ „Wie? Ich…, wieso können wir uns beide nicht mal kurz unterhalten? Ich habe dir was Wichtiges zu sagen, was dich und auch Mali betrifft!“ „Bill, ich wüsste nicht, was ich mit dir zu besprechen hätte…, verschwinde einfach!“, sagte Finn und ging an ihm vorbei nach draußen, wohin er schon vor einigen Minuten wollte. Bill sah ihn wegfahren, mit einem Auto. Sicher zu Mali, die wegen einiger Untersuchungen nochmal ins Krankenhaus musste. Es war aber nichts Ernstes gewesen.

„Wer sind Sie denn? Ach…, ja, und was führt Sie hierher?“, wurde sein Gedankengang unterbrochen. Finns Mutter stand vor ihm. „Ich…äh, wer sind Sie?“ „Ich bin die Mutter von Finn, und was wollen Sie?“ „Ich hatte gehofft mit Ihrem Sohn reden zu können, doch er lässt mich nicht zu Wort kommen. Es geht um den Test, den Vaterschaftstest.“, brabbelte er drauf los. „Ach so? Ja, kommen Sie mit!“, sagte die Frau, und drehte sich abrupt um. Bill folgte ihr nur zögerlich und fand sich dann, wie’s ihm schien, im Wohnzimmer wieder. „Ja, nun erzählen Sie, was gibt es zu besprechen?“ „Der Test. Er ist gefälscht. Mein Bruder hat das Testergebnis zu seinen Gunsten gefälscht. Wissen Sie, mein Bruder liebt Malika immer noch und er hat alles daran gesetzt, wieder mit ihr zusammen sein zu können. Und zwischendurch hatte sie auch etwas mit ihm. Ich weiß nur soviel, dass es in der Zeit war, als Lian entstand. Und nun war die Frage nachdem Vater noch ungeklärt…, Mali hat sich mit Tom darauf geeinigt, einen Test zu machen und mit dem Ergebnis war mein werter Herr Bruder leider nicht einverstanden.“ „Ja, ich habe von der Geschichte gehört!“, erwiderte Finns Mutter, nach Bills längerem Monolog. „Und ich dachte eigentlich, dass das Kind von meinem Sohn sei. Ist es auch, oder?“ „Ja, ist es. Nur mein Bruder hat das Testergebnis gefälscht. Er hat seinen Namen auf das Blatt geschrieben und den von Ihrem Sohn entfernt!“ „Interessant! Und wieso haben Sie nicht versucht mit Malika darüber zu reden?“ „Weil sie mich nicht an sich herangelassen hatte. Mali wollte nicht, dass ich mit ihr rede. Und Ihr Sohn war ebenfalls nicht an einem Gespräch interessiert. Ich hatte die Hoffnung schon aufgeben, da sind Sie aufgetaucht!“ Ach so. Na ja, ich denke, dass es wohl besser ist, wenn ich die Sache in die Hand nehme. In Ordnung! Wenn es Ihnen nichts ausmacht!“ „Nein, ganz und gar nicht. Ich will einfach nur das Beste für Mali, den Kleinen und auch für Finn!“ „So ist’s recht!“, sagte sie, „und ich werde einen weiteren Test machen. Wer weiß, was sonst noch so passiert. In ein paar Tagen werden wir Gewissheit haben!“ „Vielen Dank! Ich schätze das sehr!“ „Schon gut, schon gut. Und nun muss ich leider los. Ich habe noch eine Verabredung“, sagte sie und stand auf. Bill folgte ihr unsicher nach draußen und verabschiedete sich in aller Höflichkeit von ihr. Sie winkte ab, lächelte ihm noch einmal zu und verschwand dann in die Richtung ihres Autos.

Bill machte sich mit neuer Hoffnung, Hoffnung auf Gewissheit auf den Weg zurück zum Loft. Tja, da Tom es anscheinend nicht auf die Reihe bekommen hatte, hatte er es in die Hand genommen. Wie erwartend, stieß er auf seinen Bruder, als er in die Tür trat. „He“, sagte Bill kurz. „He, wo warst du?“ „Ich war unterwegs. Habe deinen Scheiß-Mist aus der Welt geschaffen!“ „Wie? Scheiß-Mist?“ „Na, die Aktion mit dem Test. Glaubst du etwa, dass ich die beiden noch länger im Dunkelt tappen lasse? Glaubst du wirklich, dass du damit wieder an Mali herankommst? Hier geht’s um den Kleinen und nicht um dein Ego oder um deine Liebe zu Mali. Sie liebt Finn. Und so langsam müsstest selbst du es einmal gerafft haben.“ „Ja, verdammt. Ich weiß, dass sie Finn liebt. Und? Ich will doch einfach nur irgendeinen beschissenen Grund, weswegen ich bei ihr sein kann!“ „Ach ja? Glaubst du, dass was ändern wird? Sie hätte die Lian doch nur in die Hand gedrückt und wäre wieder gegangen. Dann wäre sie wiedergekommen und hätte ihn wieder abgeholt. Irgendwann wäre sie bestimmt auch nicht mehr gekommen…, man, wie kannst du nur so naiv sein und denken, dass sich dadurch dein Wunsch erfüllt?“ „Ich…ich weiß, dass ich scheiße gebaut habe. Aber, was hast du jetzt gemacht?“, wollte Tom wissen und sah seinen Bruder fragend an. „Na ja, ich war erst bei Mali. Sie hat überhaupt nicht mit sich reden lassen und na ja, dann habe ich es bei Finn versucht. Wir haben kaum ein paar Worte gewechselt, da war er auch schon an mir vorbei. Ja, und ehe ich dann noch irgendwie anders reagieren konnte, stand Finns Ma in der Tür. Ja, und mit der habe ich dann auch gesprochen. Und ich weiß, dass alles gut wird!“ „Sag mal spinnst du? Haben dich alle guten Geister verlassen?“, bluffte Tom seinen Bruder an, der irritiert zur Seite ging. „Wie? Warum?“ „Man, du raffst echt gar nichts, oder? Es kommt alles raus. Das ist los!“, schrie er ihn nun gereizt an und drehte sich auf dem Absatz um. Bill blieb nicht lange stehen, hielt ihn zurück. Er wollte die Sache jetzt klären.

 

Chapter twenty five:

 

„Tom du checkst es wirklich nicht, oder?“, fragte Bill resigniert.

Bill erschrak als er in Toms Gesicht sah. Toms Gesicht war Tränengeflutet.

„Warum weinst du?“, fragte Bill erschrocken und perplex zugleich.

„Verdammt du Bastard, ich habe wegen dir meine große Liebe verloren!“, schrie Tom auf Bill ein. Er fing an in seinen Boxsack zu boxen, der seit einiger Zeit in seinem Zimmer hing.

„Tom, ich weiß, aber es kann einfach nicht sein, dass du Finn um seinen Sohn betrügst.“, schrie Bill zurück.

„Ich liebe sie doch eigentlich auch…“, nuschelte Bill.

„WAS?“, fauchte Tom ihn daraufhin an.

„Ja, aber ich will, dass Mali glücklich ist und ich weiß, dass sie es mit uns nie sein wird. Sieh’ es doch einfach ein, Tom.“ Bills scharfer Ton ließ Tom zusammenfahren. Vermutlich hatte er nicht damit gerechnet, dass Bill jemals so mit ihm reden würde. Tränen liefen ihm über seine Wangen.

„Bill, ich wusste nicht, dass du Mali geliebt hast beziehungsweise immer noch liebst. Das tut mir alles so leid, ich wollte nicht so egoistisch sein. Ich… Oh…, man, Das tut mir alles voll leid, Bill. Ich wollte dich nicht verletzten. Ich wusste doch nicht, dass du Mali liebst. Ich wollte nicht so egoistisch sein.“, sagte Tom reuevoll.

„Man Tom, das warst du aber nun einmal und du kannst es so wie so nicht mehr ändern. Du musst mit Malika darüber reden, anders geht es nicht!“, schrie Bill wutentbrannt, da Tom sich plötzlich bei ihm entschuldigte. Es ging schon lange nicht mehr um die beiden. Was zählte war nur Malika und Finn, jetzt auch Lian.

Tom sah es einfach nicht ein, dass Malika vielleicht auch mit jemand anderem glücklich werden könnte. Tom war schließlich nicht der einzige Mann auf der Welt, der attraktiv war.

Vor Allem wollte Malika aber nichts mehr mit dem Showbusiness zu tun haben, beruflich ja, privat nicht.

„Ich entschuldige mich doch nicht bei der.“, schrie Tom.

„Gut. Dann eben nicht, aber Finns Mutter weiß Bescheid und wenn du jetzt nicht in die Puschen kommst, dann denke ich wird Mali nie wieder mit dir reden.“, sagte Bill, der sich inzwischen schon einwenig beruhigt hatte.

„Ich rede doch nicht mit Malika über so etwas.“, widersprach Tom seinem Bruder wieder.

„Ah geh doch hin, wo der Pfeffer wächst, ich habe echt keine Lust mehr auf so ein Theater.“

Bill war wütend. Wie konnte ein Mensch nur so hinterhältig und egoistisch sein?

Und das nannte sich sein eigen Fleisch und Blut. Sein Bruder? Tz – Nie im Leben.

Tom hatte sich so verändert. Gut, er war nie der treue Mensch gewesen und doch hatte er noch nie so etwas dermaßen hinterfotziges getan.

„Gut! Dann werde ich das jetzt tun! Tschüss Bill.“, schrie Tom, zerrte einen großen Koffer unter seinem Bett hervor und riss dann die Türen zu seinem Schrank auf. Er schmiss wahllos Klamotten in den Koffer. Toms Wut stieg ins unermessliche. Er knallte, nachdem der Koffer voll war, die Schranktüren zu und schmiss den Koffer zu, schnappte sich sein Portemonnaie und seinen Autoschlüssel, wie Bill unschwer erkennen konnte.

„Auf nimmer Wiedersehen, mein Kleiner.“, sagte er verachtend. Trug den Koffer raus, knallte die Tür hinter sich zu und Bill konnte ein paar Minuten später den Motor von Toms Auto röhren hören und weg war er. Jetzt war Bill alleine. Er wusste, es war zeitlich unbeschränkt.

Für immer…

 

Chapter twenty six:

 

Nachdem er das Auto hatte wegfahren hören, schmiss Bill sich heulend aufs Sofa. Sowas hätte sich nie zu träumen gewagt. Das sie so auseinander gingen. Das sie sich so stritten. Niemals. Niemals in seinem gottverdammten Leben.

Nach kurzer Zeit stand er wieder auf, nahm sich eine CD aus seiner Sammlung und stellte auf laut. So laut wie es die Anlage nur entrichten konnte. Harte Töne. Eine Mix CD mit Green Day, Oomph! und was sich noch so alles an harter Musik darauf befand. Placebo, Metallica. Alles.

Es klang wohltuend und brachte ihn auch wieder runter. Dann merkte er plötzlich, wie etwas in seiner Hosentasche vibrierte. Sein Handy. Nachdem er es aus der Tasche gefischt hatte, erkannte er dass es eine SMS war. Von Tom:

„Es tut mir leid. Alles. Ich bin auf dem Weg nach Berlin. Komm bloß nicht drauf mir nachzukommen. Sehen uns bei unseren nächsten Terminen! Tom.“

Eiskalt. In diesem Moment aber auch ehrlich. Das wusste er. Doch wie sollte es jetzt weitergehen? Und erst recht mit Tokio Hotel? Sie mussten sich wieder vertragen. Ein Streit, und dann auch noch so ein großer, war echt das Letzte was er gebrauchen konnte. Es zerriss sein Herz fast in Stücke. Ein Teil seiner Seele war fortgegangen. So wie ein Teil der Seele von Lord Voldemort in Harry Potter gesteckt hatte. Ja, so wie bei diesen beiden. So fühlte er sich. Nur war dies unbesiegbar. Töricht. Wie konnte er sich nur wieder mit ihm versöhnen? Würde überhaupt alles so wie früher werden?

Bill wollte nicht weiter darüber nachdenken, zog seine Schuhe und seine Jacke an und machte sich auf den Weg zu Mali. Es war nicht sonderlich weit, doch er hoffte trotzdem, dass noch nicht alles verloren sei.

„Was willst du denn hier?“, fragte Mali, die ihm die Tür geöffnet hatte. „Ich muss mit dir reden. Es ist…es ist etwas Schreckliches passiert!“ „Hm…, okay, dann komm rein!“

„Biiihhhhhiiiillll…“, kreischte es aus dem Wohnzimmer und ein etwa sechzehnjähriges Kind, welches sich entweder nicht mehr unter Kontrolle hatte, oder irgendwelche Drogen zu sich genommen hatte, stürmte aus dem Zimmer. Kreischend stand sie. „Halt die Klappe, Sandra, oder willst du das Lian wieder aufwacht? Oh, man, du raffst es echt nicht und langsam solltest du zusehen, dass du hier verschwindest!“, fuhr Mali Sandra an, die daraufhin etwas zurückwich und augenblicklich verstummte. „Danke“, raunte Bill Mali zu und folgte ihr schnell nach oben. Auf sowas wie da unten hatte er in diesem Moment überhaupt keine Lust und auch nicht den Nerv dafür.

„Bill, was willst du? Mach es kurz, ja?“ „Man, Mali, ich will mich einfach nur mit dir aussprechen…und…ich weiß nicht, ob du es schon mitbekommen hast, aber…, Tom ist nicht der Vater deines Kindes, aber du wolltest mir ja neulich nicht zuhören…“ „Wie? Das verstehe ich nicht. Sag mal, Bill, du kommst hier herein, stellst eine Behauptung auf, willst dich mit mir aussprechen faselst noch etwas davon, dass etwas Schreckliches passiert ist! So langsam glaube ich echt, Dass du übergeschnappt bist!“ „Na, schönen Dank aber auch! Nein, das bin ich sicher nicht. Man, ich Tom ist so eben nach Berlin abgehauen und hatte noch nicht mal den Arsch in der Hose dir zu sagen, dass das Testergebnis falsch ist, da er es sich zurecht gefälscht hat. Und…, na ja, wir haben uns heftig gestritten. Wegen dir. Wegen dem Testergebnis. Und man, auch wenn ich dich noch immer Liebe, ich will einfach nur, dass wir normal miteinander umgehen können…“ „Aha, und ansonsten ist alles okay bei dir? Na ja, Einsicht ist der beste Weg zur Besserung. Aber ich glaube wirklich das du vollkommen übergeschnappt bist!“ „Aber-“ „Kein aber, Bill. Hör auf mir immer irgendwas anderes erzählen zu wollen.“ „Wieso glaubst du mir nicht?“, fuhr er sie an und baute sich vor ihr auf.

Entgeistert sah Mali ihn an. Was war denn jetzt los?

„Wie? Nun mach mal langsam. Okay, setz dich hin und erzähle in aller Ruhe was los ist, ja?“ „Okay, Tom hat das Ergebnis zu seinen Gunsten gefälscht und deswegen haben wir uns eben auch richtig heftig gestritten. Nun ja, er ist beleidigt davon gefahren und wohnt jetzt in der Wohnung in Berlin. Zumindest bis er sich beruhigt hat. Na ja, und wie lange er jetzt da schmollt kann ich dir nicht sagen…, nur, es ist so, dass ich mich mit dir aussprechen wollte…“ „Aha, und wieso kommst du auf einmal, so aus heiterem Himmel mit dieser Botschaft?“ „Na ja, ich habe ihn dabei erwischt und ich wollte ja mit dir reden, doch du hast mich nicht reden lassen, so habe ich dann irgendwann alles Finns Mutter erzählt. Sie weiß über die ganze Sache Bescheid.“ „Wie Bescheid?“ „Na ja, das dein Kind nicht von Tom ist und sie wollte einen neuen Test machen…“ „Einen neun was?!“

In diesem Moment öffnete sich die Tür und Finn und seine Mutter standen in der Tür. Völlig entgeistert blickte Mali zu Finn und wieder zurück, zu Bill.

Was hier so genau vor sich ging, hatte sie noch immer nicht so ganz verstanden. Was war nur hier los? Da fiel ihr ein weißes Blatt auf, welches Finns Mutter in der Hand hielt.

Schüchtern stand Mali auf und nahm ihr das Blatt aus der Hand.

 

Chapter twenty seven:

 

Entsetzt starre Malika auf das Testergebnis.

Tatsache war, dass Finn der Vater war. Tom hatte tatsächlich gelogen und den Vaterschaftstest gefälscht. So ein Opfer. Bill hatte die ganze Zeit die Wahrheit gesagt und Mali hatte ihm nicht geglaubt. Es tat ihr so leid. Sie wollte es doch nicht, nur, Bill hatte seinen Bruder fast ein halbes Jahr über verarscht, belogen und betrogen.

Jetzt waren die Twins getrennt und alles nur wegen ihr. Wegen Malika.

Sie war schuldig an der Trennung der Zwillinge, die die immer zusammen waren, alles teilten, sogar dasselbe träumten und dachten.

„Finn, du bist der Vater… Tom dieser Wichser hat den Test gefälscht- es tut mir so leid. Ehrlich, ich wollte nie wirklich mit ihm schlafen, es war der größte Fehler meines Lebens. Es tut mir echt so leid.“, weinte Mali. Es tat ihr so unglaublich leid, immer wieder hatte sie daran geglaubt, dass Lian Finns Kind war und doch hatte sie Zweifel und als Tom dann mit dem gefälschten Test ankam, war alles vorbei. Alle Hoffnungen waren Zunichte gemacht worden.

Ein unglaublicher Schmerz von Schuld hatte sich damals im Malika ausgebreitet.

„Entschuldigt trotz alldem nicht, dass du mit ihm geschlafen hast.“, betrübt aber auch glücklich starrte Finn aus dem Fenster.

„Ich weiß. Gib mir bitte noch eine Chance.“, flüsterte Mali mit tränenerstickter Stimme.

„Ich kann das nicht so einfach, Malika. Das Vertrauen ist völlig weg.“, sagte er und verließ den Raum. Mali brach nun völlig zusammen. Sie konnte nicht mehr, sie hatte Finn verloren.

Für immer…? Sie wusste es nicht. Sie konnte nicht sagen, dass es so war, aber auch nicht das Gegenteil behaupten. Es tat so weh.

Bills Wangen waren nass und seine Augen rot. Geschminkt war er heute nicht gewesen. Er wusste, wenn er sich nicht schminken würde, dann würde kaum jemand ihn erkennen.

Gott sei Dank hatte ihn auch niemand erkannt. Er war ein nervliches Wrack. Er hatte an dem Tag seinen Bruder und seinen besten Freund zugleich verloren. Eine Person mit einer so starken Persönlichkeit. Mit seiner Persönlichkeit. Er hatte mit Tom seine eigene Persönlichkeit verloren. Wie würde es mit Tokio Hotel weitergehen? Er wusste es nicht. Es würde nicht klappen.

Erika drückte Mali noch kurz an sich, nahm Sandra in einen Klammergriff an ihrem Arm und zerrte sie hinaus, da Sandra sich heftig sträubte.

Bill ging langsam auf Malika zu. Gott sei Dank war Lian auf der Kinderstation, denn hätte er das Drama nicht schlafend überstanden. „Mali… ich… Es tut mir so leid. Ich wollte das nicht. Tut mir ehrlich leid.“, schluchzte Bill. Er legte seinen Kopf auf ihrem Bauch ab und sie strich langsam und zart durch seine Haare. Sie waren noch länger, als sonst immer. Schließlich waren sie nicht toupiert und somit auch lang.

„Bill, es ist nicht deine Schuld, okay? Ich habe Scheiße gebaut und nicht du. Ich wollte nicht, dass du Tom verlierst. Ich weiß doch wie sehr du ihn brauchst. Du bist schließlich sein Seelenverwandter und ich weiß auch, dass du ihm nichts Schlechtes wolltest. Es ist gut jetzt, beruhig dich.“, was sie sagte, meinte Mali auch so. Sie wollte nie, dass diese besondere Beziehung jemals zerbrach. Sie wusste nicht, ob sie und Finn jemals wieder zusammenkommen würden und sie wusste auch nicht, ob Bill und Tom jemals wieder was zusammen unternehmen würden.

Tom war einfach nur egoistisch. Ein egoistischer, dreckiger Schuft.

 

Chapter twenty eight:

 

Ungewollt lastete nun diese Schuld auf ihr. Die Schuld, dass sich die Twins gestritten hatten. Die, die doch immer unzertrennlich waren. Ein Herz und eine Seele.

Gedankenverloren machte Mali sich auf den Weg, um ihr Kind abzuholen. Finns Mutter hatte ihn am Vormittag in die Krippe geschafft.

„Ist alles okay bei Ihnen?“, wurde Mali aus ihren Gedanken gerissen. „Ja, ha, ich möchte nur meinen Sohn abholen, Lian!“, sagte sie. „Ähm…, tut mir leid, aber der ist bereits abgeholt worden!“ „Wie bitte?“ Völlig entgeistert sah Mali die Krippenleiterin an. Schon abgeholt?

„Ja, Ihr Freund, nehme ich mal an, war hier! Mit einem anderen jungen Mann!“ „Aha…“, stieß Mali entsetzt aus und drehte sich dann um. Machte sich wieder auf den Weg zurück nach Hause.

Wie konnte es sein, dass Bill und Finn den Kleinen bereits abgeholt hatten?

Seufzend ging Mali weiter. Es war doch eh schon alles so verkorkst. Wieso dann noch das? Malika konnte nicht mehr verhindern, dass sich Tränen ihren Weg bahnten. Sie fühlte sich so unendlich schuldig. Ob die Zwillinge je wieder zueinander fanden? Sie wusste ganz genau, dass sie sich ewig die Schuld an diesem Dilemma geben würde. Und nun mischte sich auch noch Bill in die Angelegenheiten ein, die eigentlich nur sie und Finn etwas angingen. Wie konnte es überhaupt passieren, dass ausgerechnet die beiden Lian abgeholt hatten?

So langsam wurde aus der Schuld, die sie bis eben empfand, Wut. Ja, richtige Wut über Bill, der sich wohl dachte, dass er sich in andere Angelegenheiten, die ihn nichts angingen, einzumischen hatte.

„Du bist ja immer noch da! Glaubst du eigentlich immer noch, dass es angebracht ist, hier herum zu lungern?“, fuhr Mali Sandra an, die gerade aus dem Wohnzimmer gekommen war.

„Wie bitte? Du bist echt fies! Ja, skrupellos! Mich einfach rausschmeißen…, dabei habe ich noch nicht das erreicht, was ich will!“ „Hör’ auf zu flennen, mach’ endlich, dass du hier wegkommst! Ja, verpiss dich einfach wieder…, geh doch zu Bill oder Tom, der braucht bestimmt mal wieder ´ne billige Bitch die freiwillig die Beine breit macht!“ Völlig entsetzt schaute Sandra zu Mali, bis dann so langsam die Tränen durchdrangen. „Ich…ich…bin noch Jungfrau! Ich glaube-“ „Na; dann umso besser!“, zischte Mali und stieß sie beiseite. Ihr ging Sandra gehörig auf die Nerven. Dabei war sie gerade mal fünfzehn und bildete sich sonst was auf sich ein. Sie sollte lieber wieder zurück zu ihren Puppen gehen und zur Abwechslung mal ein Schulgebäude von innen besuchen. Und das regelmäßig.

Heulend ging Sandra an Mali vorbei und schmiss die Tür mit einem lauten Knall hinter sich zu.

„Sag’ mal, spinnst du? Der Kleine schläft…“, hörte Mali die Stimme von Bill. „Pass mal auf, Bill, ja? Das ist MEIN Sohn und ich glaube nicht, dass du auch nur die Geringste Berechtigung hast, dich um ihn zu kümmern! Ich bin – tja, war wohl – mit Finn glücklich. Nun taucht ihr beide wieder auf und mischt euch in mein Leben ein. Wegen dir – euch – geht alles den Bach runter. Verdammt, ihr zerstört MEIN LEBEN!“, schrie sie ihn mit voller Wut an. „Man, Mali, so war das doch gar nicht gemeint! Glaubst du wirklich, dass ich dir deinen Sohn wegnehme? Ich will dass du glücklich bist. Und deinen Sohn will ich dir bestimmt nicht wegnehmen…“, betonte er nochmals. Wieder stand Mali den Tränen nahe und klammerte sich hilflos an Bill. „Ich…ich…habe einfach nur Angst, dass…ich…ich liebe Finn. Er…er ist mein gottverdammtes Leben! Ich kann nicht mehr ohne ihn. Ich…wie soll ich bloß den Sinn der nächsten Minute…des nächsten Tages sehen, ohne ihn? Ich liebe ihn und Lian, er ist mein und Finns Sohn. Ich liebe ihn genauso…ich…ich will ihn nicht verlieren!“ „He, das wirst du auch nicht. Du bist seine Mutter. Deinen Sohn wird dir niemand wegnehmen. Und ich will mit dir auch nicht mehr streiten. Und das mit Tom; der kriegt sich schon wieder ein. Auch wenn er nach seinen Gunsten und total egoistisch und hinterhältig gehandelt hat, er weiß, dass ich ihm das niemals, wirklich niemals verzeihen werde. Aber er kommt bestimmt wieder angekrochen. Wirst du schon sehen. Wir halten es doch nicht ewig ohne einander aus. Ich brauche ihn auch…, das weißt du!“ „Wenn ich dir doch nur glauben könnte…, aber was ist wenn-“ „Pst, nicht daran denken. Das wird schon wieder!“ Mali löste sich mit tränenüberströmtem Gesicht wieder von Bill und ging weiter. Hoch zu Lian. Und Finn, der bei ihm sein musste.

Mali fand Finn bei Lian und machte sich durch ein Schluchzen bemerkbar. „Mali? Schatz…ich, was ist denn los?“ Es war Finn sichtlich unangenehm, ‚Schatz’ zu sagen. Es versetzte Mali einen Stich ins Herz. Viel zu tief…

„Ich…bin einfach völlig fertig. Und wie kommst du dazu, unseren Sohn, MEINEN Sohn“, erhob sie wieder ihre Stimme, „mit Bill zusammen abzuholen?“ Finn sah sie entgeistert an. „Man, ich glaube es ist besser, wenn ich mich um Lian kümmer’…“ „Ach ja? Dann still du ihn, windel ihn und bringe ihn jeden Tag zur Kinderkrippe und hole ihn ab. Machst du doch auch so schon…“ Dass sie ihn im Moment eigentlich völlig zu Unrecht beschuldigte, wusste sie, doch sie fühlte sich nervlich am Ende. Wie ein Wrack, was zu sinken drohte.

Nur fielen ihr alle in den Rücken?

„Aber…ich-“ „Was aber? Ich dachte wir bauen uns gemeinsam was auf. Können uns lieben. Auch dachte ich, dass uns Lian zusammenhalten kann. Ein Zeichen unserer Liebe…, Finn, verdammt, du bist mein verfucktes Leben. Ich liebe dich! Ohne dich kann ich einfach nicht mehr! Aber dich scheint’s nicht zu interessieren, dass es mir ohne dich dreckig geht…, dass ich dich und Lian brauche. Nein, das alles scheinst du noch nicht mal ansatzweise zu verstehen…“

Traurig wandte sie sich ab.

An der Tür spürte sie einen leichten Druck auf ihrer Hand. Langsam drehte sie sich um.

„Mali, ich liebe dich auch! Man, wieso ist es nur so schwer, dir zu vertrauen?“ „Bitte gib uns nicht auf. Eine Chance…?“ Fragend sah sie ihn an.

Ein sanfter Druck.

Auf ihren Lippen. Hatte sie ihn endlich wieder?

 

Chapter twenty nine:

Tatsächlich hatte sie es geschafft. Sie konnte es gar nicht glauben, dass sie wieder mit Finn zusammen war.

Es war ein so tolles Gefühl. Sie hatte den Mann, den sie so sehr liebte wieder. Mali wollte ihn nie wieder verlieren. Bald würden sie in eine eigene Wohnung ziehen und dann würde alles gut werden. Sie würden eine eigene kleine Familie sein. Mali würde erst einmal auf Lian aufpassen. Sie hatte das okay von ihrem Chef. Es war einfach toll. Sie freute sich riesig, dass sie bald endlich zusammen wohnen würden.

Sie saß zu Hause bei ihrer Mutter mit Lian im Arm, als plötzlich das Telefon klingelte.

Barbie Girl.

Nein, das wird wohl entweder Bill oder Tom sein. Wohl eher Bill, denn Tom würde sich kaum trauen, jetzt noch anzurufen, nachdem er so einen Scheiß verzapft hat.

Tatsächlich war es Bill.

Mali nahm ab. Bill schniefte.

„Schatz, was ist los?“, fragte Mali sofort besorgt. Sie hatte sich zwischenzeitlich wieder angewöhnt Bill Schatz zu nennen.

Bills Schluchzen war nicht zu überhören.

„Es war so schrecklich…“, weinte er.

„Was war schrecklich?“, fragte Malika weiter, da Bill scheinbar nicht weiter sprechen konnte.

„Na, das Interview!“, rief er aufgebracht.

„Tom.“, stellte Mali in der Raum.

„Tom.“, bestätigte Bill ihre Vermutung.

„Was hat der Arsch jetzt schon wieder für eine Scheiße gebaut? Alter, ich werde ihn so umbringen. Der Typ regt mich so auf. Bill, bitte, darf ich ihn erschießen?“, regte Mali sich auf und flehte Bill um die Erlaubnis an.

„Mali, liebend gerne. Er… er ignoriert mich. Ich wollte mit ihm sprechen, aber er lässt mich nicht an sich ran. Es tut so weh. Ich wollte doch nur, dass alles wieder gut wird. Ich wollte nie, dass es so endet. Es tut so weh.“, immer wieder schluchzte Bill in den Hörer.

„Bill, wo bist du?“, fragte sie. Sie hatte einen Entschluss gefasst.

Sie würde zu ihm fahren, egal wo er gerade war. Sie war es ihm einfach schuldig zu ihm zu fahren und für ihn da zu sein. Schließlich war die Beziehung der Zwillinge einzig und allein wegen ihr zerbrochen und sie wollte Bill einfach zur Seite stehen.

Sie wollte doch nie, dass die Beziehung zerbrach.

„Berlin.“, antwortete er.

„Hotel? Wohnung?“, fragte sie.

Er nannte ihr die Adresse des Hotels. Mali sprach schnell alles mit ihrer Mutter ab und ließ Lian alleine mit ihr zu Hause.

Mali stieg in ihr Auto und fuhr nach Berlin. Die Fahrt verlief relativ schnell, also war sie demnach auch schnell in Berlin. Sie lief in das Ritz Carlton.

Die Dame an der Rezeption schaute sie misstrauisch an.

„Entschuldigen Sie mich bitte, aber wo wollen Sie so schnell hin?“, fragte sie nervös.

„Zimmer 367, Herrn Trümper.“, antwortete sie und stierte auf die Uhr. Bill hatte ihr gesagt, er hätte unter dem Namen Trümper eingecheckt, damit kein Fan fragen konnte, wo er sein könnte.

Das letzte, was er gebrauchen konnte waren Fans.

„Und wer bitte sind Sie?“, fragte die Rezeptionistin.

„Malika Krause.“, antwortete Mali schnell und nachdem die Dame in der Rezeption nach einer Notiz gesehen hatte, und feststellte, dass Mali hoch durfte und eine zweit Key-Card bekommen sollte war alles erledigt und Mali konnte zu Bill.

Da der Fahrstuhl gerade mit einem ‚PLING!’ vor ihr hielt fuhr sie mit ein paar anderen Gästen in die dritte Etage und lief zu Bills Zimmer. Sie wurde von allen möglichen Seiten merkwürdig gemustert, aber das war ihr egal. Sie öffnete die Tür und schaute sich erst einmal um. Nirgendwo war jemand.

Plötzlich drang ein leises Jammern an ihre Ohren, sie wusste, es kam aus dem Bad.

Mali ging auf die Tür zu und sah Bill.

Bill mit einer Rasierklinge am Arm. Eine Blutlache, die sind am Boden gebildet hatte und etliche Schnittwunden auf Bills linkem Unterarm.

„Bill...?“, fragte Mali leise. Die Rasierklinge fiel zu Boden und Bill schaute zu ihr hoch.

Sie ging zu ihm, kniete sich zu ihm und nahm ihn in den Arm. Er presste sich an sie…

 

Chapter thirty:

 

Mali schossen in diesem Moment zahlreiche Gedanken durch den Kopf, dass sie gar nicht wusste, was sie eigentlich denken sollte. Sie fühlte sich hilflos. Gegenüber Bill. Was sollte sie nur tun? Er hatte sich geritzt. Selbst wehgetan. Und das alles wegen Tom. Ihm ging das so verdammt nahe. Wie weit würde er noch gehen, wenn er nicht bald wiederkommen würde?

„Bill…, Schatz, es wird alles wieder gut. Ich gehe zu Tom und rede mit ihm, ja? Aber…, bitte…mach das nie wieder, hörst du?“ „Ja…, ich…ich versprech’s“, wimmerte er noch immer hilflos, rappelte sich dann aber auf und verband ihm den Unterarm. Ehe sie ging, um mit Tom zu reden, nahm sie alle Gegenstände aus dem Hotelzimmer, ehe er sich noch etwas antun konnte, doch dann kam ihr eine bessere Idee. „Bill, du kommst mit!“, entschied sie und so schleifte sie ihn mit sich. Bill sagte nicht viel und wollte auch nicht groß reden. Er schien die ganze Zeit über irgendwas nachzudenken. Mali konnte sich nicht erklären, worüber.

Ohne größere Umschweife fuhr sie mit ihm los und hielt wenig später vor der Wohnung, die die Twins eigentlich für sich beide gemietet hatten. Bill befahl Malika im Auto zu bleiben. „Beweg’ dich kein Stück!“, fuhr sie ihn etwas gereizt an, da sie die Situation doch ein wenig überforderte. Schnell lief sie nach drinnen, denn die Tür war nur angelehnt und klingelte dann an der Tür.

Nach ein paar Sekunden wurde diese auch schon geöffnet. Allerdings nicht von Tom. Nein, ein ihr fremdes Mädchen stand in der Tür und schien nicht so recht zu wissen, wie sie reagieren sollte. „Ich muss zu Tom!“, presste Mali hervor, stieß das Mädchen beiseite und rief nach Tom. „Toooohoom!“, schrie sie und in diesem Moment erschien er direkt vor ihr. „Was machst du denn hier?“, fuhr er sie unwirsch an und schaute nicht gerade freundlich zu ihr. „Hm…, du scheinst noch allen Anstand in der Hose zu haben. Du fickst hier mit irgendeinem Mädchen rum, während sich dein Bruder sonstwie Sorgen macht, du ihn ignorierst und dir wohl alles am Arsch vorbei geht! WEISST DU EIGENTLICH NOCH, WAS DU HIER MACHST?!“, schrie sie ihm entgegen und wartete gespannt und bis aufs äußerste Geladen auf eine Antwort.

„Wie…? Ich…, was ist denn mit Bill?“ „Man, der macht sich völlig kaputt wegen dir! Er hat…er hat sich geritzt. Hat er das schon mal getan?!“ Tom schien das nicht gleich zu begreifen, erst als Malika zu Ende gesprochen hatte, schien ihm bewusst zu werden, was sie da gerade eben gesagt hatte. „Wie bitte? Er hat sich geritzt?! Oh, man, wie konnte es denn nur so weit kommen?“ „Ja, das frage ich dich! Man, du merkst echt nichts mehr, oder?!“

„Wie? Ich…, man, woher soll ich denn wissen-“ „Ach, hör auf, du weißt ganz genau, wie er reagiert, wenn ihr euch streitet…, und er hat darauf reagiert und du denkst auch an nichts anderes, als mit einem Mädchen zu ficken!“, stieß Mali weiter wutentbrannt aus. „Ich…, aber, wo ist Bill jetzt?!“, wollte er fordernd wissen. „Er ist unten, aber glaub ja nicht, dass du so ohne Weiteres davon kommst! Das ging echt zu weit!“, stieß sie ihm weiter an den Kopf und verschwand dann nach unten, achtlos an dem Mädchen vorbei, die noch immer völlig verdattert und nur in Unterwäsche im Flur stand.

Mali stürmte ihm hinterher, da er vorausgegangen war. Unten angekommen sah Malika, wie Bill aus dem Auto stieg und sich die beiden in die Arme fielen. Zusammen gingen sie hoch. Mali hoffte, dass sie sich aussprechen würden. Ein aufmunternder Blick von Bill und Malika stieg in ihr Auto und fuhr wieder zurück nach Hamburg.

 

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