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Meine Laune ist mies, es ist besser ihr sprecht mich Heute nicht an.

DIES & DAS

Untitled Engel der Nacht

BROKEN WINGS

Vorwort You're not enough 1-10 You're not enough 11-20 You're not enough 21-30 You're not enough 31 -End

It's need always simple life 1-10 It's need always simple life 11-20 It's need always simple life 21-30 It's need always simple life 31-End

Credits

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Chapter eleven:

 

Ihr Chef kam auf sie zu und sagte: „Frau Krause, ich würde Sie gerne sprechen.“ Er war zwar ein guter Freund von ihr und doch hatte sie leichte Panik vor dem Gespräch.

Er klatschte ihr eine Zeitung auf den Tisch vor ihr.

"Wissen Sie was das ist?", fragte ihr Chef und schaute sie aufmerksam an.

Sie zuckte leicht zusammen.

„I…ich weiß nicht, was Sie meinen.“, flüsterte Malika unsicher.

„Sie wollen mir also weiß machen, dass die ‚Bild‘ sich das alles nur ausgedacht hat? Was ist mit dem Bild? Das geht durch die ganze Presse, da macht es sich nicht gut, wenn Sie bei der dpa arbeiten.“, zischte er.

„Aber…, das war vor der Zeit in dieser Firma. Da ging ich noch zur Schule. Das ist über ein halbes Jahr her – ich war dumm. Ich wusste nicht, dass all das raus kommen würde...", schluchzte Mali. Ihr Körper zitterte.

Sie wurde von einem heftigen Weinkrampf geschüttelt.

„Schon gut, aber lassen Sie sich eins gesagt haben, ich möchte so etwas nie wieder sehen. Damit das klar ist!", nachdem er das sagte, wechselte sein Blick in einem etwas entspannten und vor allem freundlicherem Ausdruck.

„Ich habe eine bitte an dich, Horst“, fing Mali an.

„Schieß los!“, erwiderte er auffordernd.

"Ich muss heute zum Frauenarzt. Ich habe das Gefühl, das ich schwanger bin. Ich habe meine Tage nicht mehr, mir wird oftmals am Tage Schlecht und ich habe Hungerattacken... Ich muss heute einfach dahin…“, erklärte sie ihm ihre Lage.

„Gut, dann gehe jetzt los.", erwiderte Horst.

"Und ruf’ mich an, um mir Bescheid zu geben, wenn du mehr weißt. Okay?“, forderte er.

Sie nickte und umarmte ihn kurz; „Danke, was würde ich bloß ohne dich tun?“, grinste sie ihn an.

Sie verabschiedeten sich voneinander und Malika fuhr nach Hause um sich noch fertig machen zu können.

 

Ihr Handy klingelte, als sie gerade ihr Haare föhnte und dann machte, Tom ruft an', zeigte ihr Handy an.

„Na, toll…“, seufzte sie leicht genervt.

„Hey, mein Schatz!“, begrüßte Tom sie gut gelaunt.

„Nenn mich nicht Schatz du Toiletten-Tieftauchender-Steckdosen-Befruchter!", meckerte Mali.

„Wann treffen wir uns?“, fragte Tom und ignorierte die Beleidigung gekonnt.

„So wie besprochen. Ich muss mich fertig machen!“, sagte sie schnell und legte einfach auf.

Als sie dann endlich fertig war, machte sie sich auf den weg in ihr Zimmer, um sich anzuziehen.

Kurze zeit darauf bekam sie eine SMS von Bill. Er schrieb:

Hey Malika, wie geht’s dir? Ich vermisse dich und wollte dich fragen was du machst? Wenn du nix zu tun hast lass uns doch ein Eis oder so essen gehen, aber nur wenn du Lust hast.

Malika wurde auf einmal ganz Komisch zumute.

Sie wusste nicht was sie tun sollte also schrieb sie ihm zurück:

Hey Bill, Mache mich gerade Fertig gehe gleich zum Frauenarzt. Bin nämlich wahrscheinlich Schwanger.

Mali

Es klingelte gerade an der Tür, als auch ihr Handy anfing ‚Barbie Girl‘ zu spielen.

Sie hatte eine SMS empfangen.

Es war die Antwort von Bill.

Wo ist die Praixs?

Bill

Mali ging zur Tür und öffnete diese, während sie eine SMS an Bill tippte.

Tom stand mit bösem Blick in der Tür und musterte Malika abfällig.

„Wo warst du denn so lange?!“, zischte er und schaute sie säuerlich an.

„Ich habe mich fertig gemacht ein Problem damit?!“, erwiderte Mali genervt.

„Nee, hab ich nicht, aber 30 Minuten zu warten macht kein Spaß.", erwiderte Tom spitz.

„Ja, tut mir leid, aber wir müssen los.“

Tom schaute sie neugierig an.

„Wohin denn?“

„Ich muss zum Frauenarzt! Ich bin wahrscheinlich Schwanger – und du kommst mit!“

Seine Augen wurden groß wie Teller und drohten beinah damit rauszufallen.

„Wieee? Du bist Schwanger?!“, fragte er, doch Mali ließ keine Zeit für Erklärungen und zog ihn einfach mit sich. Währenddessen erklärte sie ihm auch alles.

Als sie Beim Arzt ankamen, war die Diskussion zwischen den beiden auch schon vorbei.

Mali und Tom trauten ihren Augen nicht, als sie eine vertraute Person im Wartezimmer sitzen sahen.

„Biiill was machst du denn hier?!“, kreischte Tom auf.

„Ich warte auf Malika wie du unschwer erkennen kannst, Bruderherz!“, erwiderte Bill voller Arroganz in seiner Stimme.

Die Lautsprecheranlage verlautetet: „Malika Krause ins Behandlungszimmer Nummer 3 bitte!“

Bill stellte sich demonstrativ neben sie und sachte: „Ich komme mit!“

Tom sah das nicht ein und meinte: „wenn du mit gehst, gehe ich erst recht mit!"

Malika stand zwischen den beiden und war wie so oft in letzter Zeit, wieder einmal den Tränen nahe.

Wieder ertönte die Lautsprechanlage und Malika ging mit den Zwillingen im Schlepptau ins Behandlungszimmer Nummer 3.

Als Mali eintrat schaute die Ärztin verwirrt von Tom zu Bill und wieder zurück.

Und begrüßte Mali erst einmal.

"Was ist Ihr Anliegen?", fragte die Ärztin.

Mali schaute beschämt zu Boden und sagte;

„Ich habe alle Anzeichen einer Schwangerschaft.“

„Dann gehen Sie bitte einmal nach hinten und machen sie sich untenrum frei.“, sagte die Ärztin völlig nebenbei.

Malika gehorchte.

Bill und Tom dackelten ihr nach. Während der Untersuchung warfen die Zwillinge sich merkwürdige Blicke zu, bis die Ärztin plötzlich sagte;

"Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger. Wer ist denn der Vater?“ Sie Lächelte.

Mali schaute von Bill zu Tom und wieder zurück.

Genau in dem Moment, als Mali sagte „Finn“ sagten beide Zwillinge „Ich…!“

 

Chapter twelve:

 

Malika wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Die Ärztin schien auch etwas perplex. Schließlich hatten sich drei Personen gleichzeitig gemeldet.

„Ich…äh…, es ist wohl besser wenn ich wieder gehe, ich mache dann mit einer Schwester einen neuen Termin aus, auf Wiedersehen!“, sagte Mali schnell und machte, dass sie aus dem Behandlungsraum kam.

„Ey, Leute, wisst ihr eigentlich wie peinlich das gerade eben war?“, fuhr sie die beiden an, als sie wieder draußen standen.

„Ähm…, aber es kann doch sein, oder etwa nicht?!“ „Man, Tom, bilde dir nicht immer irgendwas ein, was völliger Schwachsinn ist. Nein, du bist bestimmt nicht der Vater. Es haut rechnerisch auch nicht hin, außerdem was…, man, ich will das einfach nicht!“, fuhr Mali ihn an, denn diese Vorstellung war wohl beinah das allerschlimmste.

„Malika…“, rief er ihr hinterher. Bill hatte kein einziges Wort mehr gesagt. Der kam erst recht nicht in Frage, schoss es ihr durch den Kopf und sie machte einfach nur, dass sie wieder zurück nach Hause kam.

Dort angekommen griff sie nach dem Telefon und wählte Finns Nummer. Er musste es schließlich erfahren und immerhin war er auch der Vater. Anders konnte und durfte es einfach nicht sein. Niemals könnte sie sich einen anderen Vater für ihr Kind vorstellen. Niemals.

Nur Finn würde in Frage kommen, doch er ging partout nicht ans Telefon.

Sie probierte es weiter und weiter, bis er endlich ranging und sie genervt abwimmeln wollte. „Finn, ich bin schwanger!“, platzte sie heraus, ehe er wieder auflegen konnte. Dass hatte er gehört, denn er stockte. „Was bist du?“, fragte Finn irritiert. „Ich bin schwanger!“, sagte sie noch einmal.

„Nicht dein Ernst…?! Ich…komm vorbei!“, sagte er tonlos und Mali glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Er hatte tatsächlich gesagt, dass sie vorbeikommen könnte.

Würde jetzt wieder alles gut werden?

Mali hoffte es, denn schließlich trug sie ein neues Leben in sich. Von Finn. Dem Jungen, den sie liebte.

Schnell machte Mali sich fertig, zog sich etwas anderes an und machte sich dann auf den Weg zu Finn.

Sie wünschte sich nichts sehnlicher, als endlich wieder mit ihm zusammenzukommen. Schließlich liebte sie ihn. Und das beinah abgöttisch.

„Finn…?“, fragte sie, als sie in sein Zimmer trat, was ihr beinah so vertraut vorkam, wie ihr eigenes.

„Ja…?“ Finn schaute kurz auf. Er sah fertig aus. Traurig. Er hatte geweint. Bei diesem Anblick kamen in Mali wieder die Tränen hoch und sie rannte auf Finn zu, wollte ihn in den Arm nehmen, sagen, dass alles wieder gut sei und in seiner Nähe sein.

„Schatz…, Finn…es tut mir alles so wahnsinnig doll leid…“ „Schon gut, ich glaube wir haben uns beide dumm benommen…, aber…, ist das wirklich wahr, dass du schwanger bist?“ „Ja, das stimmt. Ich war beim Frauenarzt…“ Dass Bill und Tom ebenfalls mit waren, verschwieg sie lieber, schließlich wollte sie nicht gleich wieder das Risiko eingehen, sich mit ihm zu streiten.

„Ich…ich werde Vater?“, stammelte Finn und sah seine Freundin mit einer Mischung aus Freude und Irritation an. „Ja, es stimmt wirklich. Ich bin schwanger. Freust du dich?!“ „Natürlich…“, sagte er mit fröhlicher Stimme und sofort war sein Blick wieder erhellte. Sanft strich er über ihren Bauch. „Ich…, es tut mir alles so leid! Ich hätte nicht so reagieren dürfen. Ich hab mich scheiße benommen…“

„Dass ist mir egal, Finn. Ich liebe dich und ich will dich nie wieder verlieren!“ Mali wusste nicht, wie viel Wahrheit hinter diesen Worten steckte, doch sie würde sich bis an ihr Lebensende reichen.

Sie liebte Finn und bald waren sie eine kleine Familie.

„Ich liebe dich auch! Und ich will dich auch nicht verlieren, Mali, ich kann nicht mehr ohne dich. Die Zeit, in der du nicht bei mir warst, hat mir deutlich gezeigt, wie sehr ich dich liebe und brauche. Lass uns nie wieder streiten…nicht so…und lass mich wegen sowas nicht mehr alleine…“ Mali war etwas erstaunt über seine beinah theatralischen Worte und schaute sie aufrichtig an. Sie fühlte sich akzeptiert. Verstanden und geborgen. Bei ihm. Bei Finn. Bei ihrem Freund. Glücklich fiel sie ihm erneuert in die Arme und drückte ihn ganz fest an sich.

„Lass mich nie wieder los…“, hauchte sie und spürte wie sich der Druck seitens Finn verstärkte. „Niemals, Schatz, niemals!“

Gehauchte Worte, die Mali in diesem Moment soviel Kraft gaben und sie zu einem glücklichen Menschen machten.

Doch was war dann mit Tom und Bill? Diesen Gedanken schob sie beiseite. Sie wollte nie wieder etwas mit ihnen zutun haben. Zumindest nicht auf diese Art und Weise.

Nie wieder.

Freundschaft. Das war alles was Mali ihnen geben konnte und wollte. Mehr nicht. Denn ihr Herz gehörte Finn.

 

 

Chapter thirteen:

 

Alles lief gut. Mali und Finn waren sooft ihre Jobs es zuließen zusammen und bald waren vier Monate vergangen. Malis Bauch wurde immer runder und sie hatte regelmäßige Essattacken.

Sie hatte alles bereits mit ihrem Chef geklärt. Sie würde eine Auszeit nehmen um ihr Kind zu gebären. Danach würde sie wieder ganz normal in ihren Job einsteigen. Mit Tom hatte sie noch manchmal Kontakt. Nicht oft, doch es kam vor, dass sie sich trafen um Baby-Kleidung zukaufen, denn Finn wollte dies noch nicht so früh machen. Mali wusste, dass wenn Finn und sie auf den letzten Drücker losgehen würden, dann, würde alles schief laufen. Mit Bill hatte sie sich noch immer nicht vertragen.

Sie dachte so gut wie nie über Bill nach. Finn und Mali hatten beschlossen zusammenzuziehen, sie waren fleißig auf Wohnungssuche, denn schließlich konnten sie nicht ewig bei ihren Eltern wohnen bleiben.

Mali wusste inzwischen auch, dass ihr Kind ein Junge werden würde.

Es war ein sehr schöner Moment ihr Kind mit Finn zusammen auf dem Ultraschallbildschirm sehen zu können, auch wenn die Ärztin sie argwöhnisch beäugt hatte, was höchstwahrscheinlich daran gelegen hatte, dass Mali mit Finn aufgetaucht war und an der Aktion von Bill und Tom.

Sie lag auf dem Bett in Finns Zimmer, da Finn gleich von der Arbeit zurückkehren würde und wartete auf ihn.

Sie setzte sich schwerfällig auf und stellte sich vor den Wandspiegel. Sie zupfte leicht an ihrem T-Shirt und zog es hoch. Mali betrachtete sich von der Seite im Spiegel und strich über ihren Bauch. Es war erstaunlich was sich innerhalb von sechs Monaten alles entwickeln konnte. Plötzlich öffnete sich die Tür und ein Mädchen trat ein.

Sie starrte Mali unverhohlen an.

„Gibt es ein Problem?“, fragte Mali, ohne zu zögern.

„Nein, ich wollte nur Finn sprechen. Bist du nicht Mali?“, fragte das Mädchen. Mali nickte und machte sich keine weiteren Gedanken.

„Ich bin Sandra.“, stellte das Mädchen mit den langen blonden Haaren und viel zu dunkel geschminktem Gesicht sich vor.

„Hey.“, erwiderte Mali.

„Ich denke, dass ich gehen werde, ich denke nicht, dass ihr mich hier gleich gebrauchen könnt.“, sagte Mali, warf sich ihre Sommerjacke über und stapfte aus Finns Zimmer.

Malika machte sich keine Gedanken, da sie Finn voll und ganz vertraute.

Als sie zu Hause ankam, bemerkte sie, dass ihr Handy unheilvoll Barbie Girl spielte, sie hatte den Klingelton inzwischen nur für Bill und Tom eingestellt, Finn hatte einen anderen und der Rest einen wiederum noch anderen.

Sie schaute auf ihr Handy; Tom.

„Na Tom.“, begrüßte sie ihn.

„Ich bin nicht Tom.“, erwiderte eine Stimme, die Toms jedoch sehr ähnlich klang.

„Was willst du, Bill?“, ihre Stimme begann in einer Eiseskälte zusprechen.

„Ich will dir alles Gute für dich, deinen Freund und deinen Sohn wünschen.“, erwiderte er die Kälte in Malis Stimme ignorierend.

„Äh…. Danke. Sehr nett von dir.“, stotterte Mali sich zurecht. Sie war so überrascht über Bills plötzlichen Anruf und erst recht über den Grund.

„Ah ja, bevor ich es vergesse, ich würde mich gerne mit dir treffen, ich will das alles klären und ich möchte einfach nicht, dass all das zwischen uns stehen bleibt.“, flüsterte Bill.

„Okay. Wann?“, fragte Malika. Sie wusste selbst nicht, warum sie einstimmte und doch tat sie es.

„Wie wär’s mit gleich? Im Malibu?“, fragte Bill. Sie stimmte ein. Das Malibu war sowohl ein Café, als auch ein Club.

Mali überprüfte ihr Aussehen kurz im Spiegel.

„Gut, wir sehen uns in einer viertel Stunde im Malibu. Bis dann.“, sagte Mali und wischte sich eine Strähne aus dem Gesicht und beförderte sie hinters Ohr.

Sie legten auf und Malika machte sich auf den Weg ins Malibu. Dorthin wo alles angefangen hatte. Ein verhängnisvoller Ort.

Als sie ankam, strahlte Bill ihr schon entgegen.

Er freute sich wie ein Honigkuchenpferd darüber, dass er Mali sah.

„Hey Mali.“, begrüßte er sie grinsend und umarmte sie rasch.

„Na.“, sagte sie nur und lächelte ihn an.

Mali und Bill standen eine kurze Weile voreinander und wussten nicht, was sie sagen sollten.

„Wollen wir rein?“, fragte sie schließlich.

Er nickte und sie gingen gemeinsam rein und suchten sich einen schönen Tisch.

Kurze Zeit später fiel Malika auf, dass er genau der selbe Tisch war, an dem Bill und sie gesessen hatte, als sie zusammen hier waren.

Bill schien es auch aufgefallen zu sein, denn er starrte den Tisch nachdenklich an.

„Wollen wir uns woanders hinsetzten?“, fragte Mali, doch Bill schüttelte nur leicht den Kopf.

„Was möchtest du trinken? Ich lad dich ein.“, sagte er nach einer kurzen Weile des Schweigens.

„Ja, ein Kamillentee bitte.“, sagte sie schnell.

„Gut, also zwei, dann.“, sagte Bill und blickte zum Kellner hoch, der die Bestellung aufnahm und kurze Zeit darauf kam der Kellner mit dem Tee wieder. Mali und Bill blickten sich fragend an…

 

Chapter fourteen:

 

„Was willst du jetzt noch mit mir besprechen?!“, fragte sie um auch einerseits die Stille zu unterbrechen, die aufgekommen war. „Ich…, Mali, es ist soviel passiert in letzter Zeit und…ich will mich entschuldigen! Für mein Verhalten dir gegenüber!“ Mali klappte die Kinnlade nach unten. Was hatte Bill heute Morgen in seinen Kaffee bekommen?

„Ist das dein ernst?“, fragte sie. „Ja. Sonst hätte ich das wohl kaum gesagt, oder?“ „Bill…, ehrlich gesagt finde ich deine Reaktion seltsam. Ich meine, so wie du mit mir umgegangen bist, schien nicht ein einziger Weg in die Besserung zu führen. Ich meine, du hast wirklich nicht so geklungen, als würde dir das leid tun. Nur, ich nehme deine Entschuldigung an. Aber andererseits will ich nicht mehr. Ich kann auch nicht mehr. Ich versuche krampfhaft mir ein Leben mit Finn aufzubauen und ihr, ihr platzt immer wieder dazwischen, denkt, ihr könnt tun und lassen was ihr wollt und werft mein Leben damit komplett aus den Bahnen…, ich…ich kann das einfach nicht mehr und ich will das mit euch, das mit uns, ein für alle Mal beenden!“, sagte sie schnell und schaute flüchtig auf den Boden.

Gerade in diesem Moment erschien die Bedienung und servierte den bestellten Tee.

In Mali kroch die Angst hoch. Sie wusste nicht warum, doch auf einmal machte sich ein ungutes Gefühl in ihr breit. Sie versuchte es zu ignorieren.

„Mali…, ich weiß. Ich kann deine Reaktion verstehen, aber glaub mir, ich meine das ernst und ich will einfach nicht, dass wir wie Spinnefeind miteinander umgehen, verstehst du?“ „Ja, schon klar. Nur, wie stellst du dir das vor, wenn du alle halbe Jahre auftauchst, mein Leben aus den Schienen wirfst und dann versuchst, alles mit ein paar netten Worten wiederherzustellen. Glaubst du etwas, dass dir das was bringt?“

Ernst und fragend sie sie ihn an. Eine Antwort. Aber was für eine?

„Ich, ja, verdammt, ich verstehe dich, aber ich kann auch nicht anders. Ich muss dich einfach wiedersehen. Ich…ich…ich habe noch immer Gefühle für dich!“

Wie oft würde ihr dieser Satz noch in den Ohren hallen?

Mali wollte es sich nicht vorstellen, doch es dauert eine Weile, bis sie das, was er da gerade eben gesagt hatte, registriert hatte.

„Du…du liebst mich immer noch?“, fragte sie deshalb total perplex und irritiert. „Ja, verdammt. Mali, du bist mein Leben!“, gestand er ihr weiterhin Gefühle, die er offenbar immer noch für sie hegte. „Tut mir leid, aber das reicht. Das geht eindeutig zu weit! Tschüss!“, sagte sie schnell und verschwand aus dem Café. Sie konnte ihm nicht länger unter den Augen sitzen. Ihr kam es beinah wie Hochverrat gegenüber Finn vor. Bei dem Gedanken an Finn, kam ihr wieder das Mädchen, Sandra, in den Sinn.

Was hatte sie von Finn gewollt?

Unsicher machte sie sich zurück auf den Weg zu Finn. Er würde sicher da sein, denn sie hatten verabredet, dass sie heute bei ihm übernachten würde.

Dass er das vergas, war unwahrscheinlich.

So machte sich Malika mit einem beklemmenden Gefühl auf den Weg zu ihrem Freund.

Den, den sie liebte.

Sie klingelte kurz an der Haustür und seine Mutter öffnete ihr die Tür. Nach einer kurzen Frage wie es ihr und dem Baby ginge, rannte sie schnell nach oben.

Etwas außer Atem kam sie oben an und hörte Stimmen aus seinem Zimmer. War diese Sandra noch immer da? Wer um alles in der Welt war dieses Mädchen?

Ohne zu zögern ging Mali rein und sah die beiden, wie sie sich gegenübersaßen. Finn saß auf seinem Schreibtischstuhl und sie, Sandra, wie sie sich ihr vorgestellt hatte, auf Finns Bett.

„Hey…“, sagte Mali kurz und ging auf ihren Freund zu und begrüßte ihn mit einem Kuss. Der nächste Blick, den sie erhaschte, ließ ihr beinah das Blut in den Adern gefrieren.

Beinah erschrocken und ungläubig, was sich ihr da anscheinend dargeboten hatte, saß sie auf dem Bett und wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Was hatte dieses verdammt Verhalten zu bedeuten?

„Finn…? Was bitte war das denn?“, fuhr diese Sandra ihn an. Doch Finn gab keinerlei Reaktion von sich, sondern sagte nur: „Das ist Mali. Meine Freundin und wir bekommen ein Kind und haben vor zusammenzuziehen…, ich hoffe, dass wir bald etwas Passendes finden werden…“, sagte er und Mali glaubte, ein wenig Stolz aus seiner Stimme entnehmen zu können. Das baute sie wieder auf.

„Nicht dein ernst, oder?“, fuhr diese Sandra weiter und stand empört von ihrem Sitzplatz auf. „Von einer Freundin hast du nie etwas gesagt!“ „Tja, wir haben in den letzten drei Jahren ja auch nichts miteinander zutun gehabt. Und was ich tue, oder lasse, ist ja wohl meine Sache, oder? Ich frag dich doch nicht um Erlaubnis!“ „Aber-“ „Was aber?“, wurde sie unterbrochen, aber diesmal von Mali. „Ich bin seine Freundin. Hast du was dagegen? Und wer bist du überhaupt?“, stellte Mali nun die Frage, die ihr schon die ganze Zeit auf den Lippen brannte.

 

 

Chapter fifteen:

 

„Ich..., bin Sandra, die Freundin von Finn.“, sagte sie hochnäsig. Ganz so, als wäre sie völlig davon überzeugt, dass es stimmen würde.

„Tz, das ich nicht lache. Sorry, Sandra? Ich denke du gehst jetzt besser.“, sagte Finn.

„Meine Freundin, ist klar.“, murmelte er immer wieder vor sich hin.

„Aber Schatz, ich hab doch kein Zuhause mehr, weil ich abgehauen bin von meinen Eltern, um zu dir zuziehen.“, mischte Sandra sich ein, als Finn Mali von hinten in den Arm nahm und seine Hand auf ihren Bauch legte.

Er konnte leichte Tritte spüren. Seine Lippen formten ein leichtes Grinsen.

Mali und Tom hatten sich schon so einige Namen für Finns und Malis ungeborenen Jungen ausgedacht, doch entschieden hatten sie sich noch immer nicht und mit Finn würde das erst recht nicht funktionieren, da ihm egal war wie das Kind hieß, Hauptsache es würde gesund sein.

„Wie du hast keine Unterkunft?“, fragte Finn leicht abwesend.

Sandra nickte heftig mit dem Kopf.

„Dann bleib halt hier, bis du etwas Neues gefunden hast.“, schlug Finn vor.

„Okay, Schatz. Danke.“, Sie nannte ihn schon wieder Schatz. In Mali kochte die Wut auf.

Sie riss sich von ihrem Freund los und sagte dann; „Ich geh dann mal wohl besser.“

Warf sich ihre Jacke wieder über und knallte die Tür hinter sich zu.

Es tat echt weh, dass Sandra Finn Schatz nannte. Das durfte doch nur Malika.

Kurz darauf hatte sie das Haus verlassen und heiße Tränen liefen ihr langsam über ihre Wangen. Malika ging den Weg nach Hause relativ langsam. Langsam wurde es immer kälter, denn es war schon Herbst.

Malis Haut überzog eine leichte Gänsehaut.

„Mali, was machst du denn hier?“, fragte sie eine ihr bekannte Stimme plötzlich.

Tom. Ihre Schläfen begannen zu pochen. Tom. Tom. Tom.

„Fuck.“, flüsterte sie. Ihr kam ein unheilvoller Gedanke. Könnte das Kind nicht womöglich auch von Tom sein? Schließlich hatte sie rein rechnerisch genau in der Zeit, als das Kind gezeugt wurde auch mit Tom geschlafen. Ihre Augen begannen sich zuweiten.

Nein!

„Mali?“, fragte Tom und Besorgnis schwang in seiner Stimme mit.

„Was ist los? Geht’s dir gut?“, fragte er sie, doch von ihr kam kein Laut.

Tom legte seinen Arm um Malis Schultern und sie gingen zusammen, ohne dass Mali es überhaupt bemerkte los. Sie wusste nicht, wo sie hingingen und sie sah auch nicht, dass Tom sie die ganze Zeit besorgt von der Seite her musterte.

Die beiden gingen noch eine Weile, bis Malika bemerkte, dass sie im Westend Village angekommen waren.

„Mali, bitte nimm meine Jacke und setzt dich.“, sagte Tom und deutete auf die Bank, die dort an einem kleinem See stand.

„Malika?“, rief er so plötzlich, dass Mali aus ihren Gedanken herausgerissen wurde.

„Hä?“, blickte sie ihn fragend an.

„Was ist los? Du weinst schon die ganze Zeit und willst nicht mit mir reden…“, schaute er fragend zurück.

„Ich bin schwanger.“, sagte sie völlig zusammenhangslos.

„Weiß ich. Und…?“, fragte er.

„Ich weiß nicht von wem das Kind ist.“, Mali schaute ihm fest in die braunen Augen, die so viel Wärme ausstrahlten.

„Was soll das heißen?“, entsetzt starrte Tom Malika an.

„Man, Tom. Wir haben miteinander geschlafen. Das ist es. Das war rechnerisch genau in der Zeit, in der das Kind gezeugt wurde.“, weinte sie.

„Was?“, quietschte er auf.

Mali jedoch nickte nur heftig. Ihre Haare flogen um ihr Gesicht, da es relativ windig war und Tränen tropften auf ihr Oberteil.

„Aber… Mali, du weißt, dass ich mich sehr freuen würde, wenn das Kind von mir wäre, und doch denke ich nicht, dass es möglich ist. Wir brauchen Klarheit. Sobald das Kind auf der Welt ist, werden wir einen Vaterschaftstest machen, in Ordnung?“, schlug Tom vor. Innerlich wusste es ganz genau, dass das Kind eigentlich nicht von ihm sein könnte, aber er wollte die Gewissheit haben. Tom würde sich übelst freuen, wenn das Kind von ihm sein würde, denn er liebte Mali noch immer, wie am ersten Tag. Egal was damals mit Bill war, egal, dass sie schwanger war und vor allem – egal, dass sie mit Finn zusammen war. Doch er respektierte Malis Entscheidung für Finn und versuchte nicht all zu oft an Mali zudenken.

„Danke, Tom. Du bist echt ein Schatz.“, bedankte sie sich und fiel ihm in die Arme. Sie sah in seine schönen, Wärme ausstrahlenden Augen und fühlte sich zwei Jahre zurückversetzt…

Langsam kam ihr Gesicht seinem näher…

 

Chapter sixteen:

 

Sanft berührten sich ihre Lippen und schnell, viel zu schnell eigentlich, begann ein Spiel zwischen ihren Zungen.

Genießerisch schloss sie die Augen und rückte weiter an Tom heran, da ihr auch ziemlich kalt war.

Der Kuss hielt lange an und als sie sich wieder voneinander lösten, wusste Mali im ersten Moment nicht, was da gerade passiert war. Wünsche sich nur diese weichen Lippen und diesen wohligen Geschmack zurück. Doch im ersten Moment der Klarheit, fiel ihr auf, was sie da gerade eben getan hatte.

Sie hatte ihn geküsst.

Wie konnte es nur so weit kommen?

Der Gedanke mit dem Baby, das Tom der Vater sein könnte. Dann der Kuss. Finns angebliche Freundin, oder wer auch immer dieses Mädel war…, lief denn heute alles nur schief?

Mali kam sich so schäbig vor. So hinterhältig. Bekam sie denn eigentlich irgendwas auf die Reihe? Verurteilte sie sich selbst.

„Mali?“ Tom holte sie aus ihren Gedanken in die Realität zurück. „Hm…?“ Abwesend schaute sie ihn an. Was war denn nur?

„Ich merke doch, dass etwas mit dir nicht stimmt. Was ist denn los? Du hast mir immer noch nicht gesagt, warum du da draußen weinend durch die Gegend gelaufen bist…“ „Man, Tom, ich weiß doch auch nicht. Aber…, erst die Sache, dass du der Vater sein könntest…jetzt der Kuss…, ich…was soll ich denn nur machen? Finn vergnügt sich wahrscheinlich mit seiner Ex-Freundin…und ich? Ich dumme Schlampe sitze hier, mit einem Kind im Bauch, wo ich nicht weiß, von wem es ist und küsse dich!“, machte sie sich selbst Vorwürfe und schob auch sich die ganze Schuld zu.

„Mali, so darfst du noch nicht einmal denken, es war meine Schuld…und…wegen Finn…glaubst du das er dazu in der Lage ist?“ „Ich…Tom, ich weiß es nicht, aber ich vertraue ihm…, nur…sie sagt andauernd Schatz zu ihm…, schmeißt sich total an ihn heran…, ich weiß einfach nicht mehr was ich denken soll…“ „He, nun hör auf hier in Selbstzweifeln zu versinken…“ „Man, zum Küssen gehören immer noch zwei…und ich hätte das nicht zulassen dürfen!“

„Mali, verdammt, jetzt beruhig dich doch mal!“, fuhr er sie etwas gereizt an und stand schließlich auf. „Am besten wird es sein, wenn du mit rein kommst. Es ist kalt und du frierst ja schon! Außerdem will ich auch rein!“, sagte er und zusammen gingen sie schließlich in die Wohnung.

Hatte sie das nicht erwartet? Im Flur begegnete ihr Bill. Etwas perplex und irritiert musterte er sie und dann schien ihm irgendwas einzufallen. „Mali?“, fragte Bill. Sie schaute ihn fragend an. Etwas hilflos schaute sie zu Tom, der ihr aufmunternd zunickte und sie folgte den beiden Jungs in die Küche. „Habt ihr mir irgendwas zu verheimlichen?“, wollte sie wissen, da Bill die ganze Zeit so geheimnistuerisch tat. „Nein, nein, ich wollte nur mit dir sprechen…“, sagte er. „Hm…, und worüber?“ „Na ja, ich habe beschlossen, beziehungsweise wir beide haben beschlossen, dass es vielleicht besser ist, wenn wir von hier wegziehen. Aber nicht für immer oder so. Die Wohnung werden wir behalten, aber ich denke, dass es passend ist, wenn wir erstmal eine Zeit lang woanders wohnen werden…“ Mali sah ihn fragend an. „Wegen mir?“, fragte sie dann. Es kam ihr schon seltsam vor, wenn sie die beiden nicht mehr in ihrer Nähe wissen würde. Aber sie redete sich gleich sofort ein, dass es besser wäre, dass sie auch ohne die beiden zurechtkommen würde. „Nein, nicht wegen dir. Vorwiegend weil wir immer ziemlich viel in Berlin zu tun haben und so werden wir auch nach Berlin ziehen…zumindest bis die Aufnahmen für unser drittes Album anstehen…“

Mali sagte kein Wort. Der Gedanke daran wollte noch nicht so wirklich Gestalt annehmen, doch sie versuchte, sich davon nichts anmerken zu lassen. Es wäre doch für alle gut, und die Jungs waren doch nicht für immer weg.

„Na ja, abhalten kann ich euch nicht und ich glaube wirklich, dass es besser wäre.“, sagte sie schließlich. Bill schaute etwas betreten zu Boden. „Ja, wir denken auch, dass es das Beste wäre!“

Mali blieb nicht mehr allzu lange bei den beiden, sondern machte sich dann schnell zurück auf den Weg zu Finn. Die beiden hatten sie dazu überredet, mit ihm zu sprechen. Irgendwann erschien es ihr auch die beste Lösung zu sein.

Vorsichtig klopfte sie an und wartete gar nicht erst ein herein, oder eine andere Antwort ab. Finn und diese Sandra saßen sich gegenüber und schienen sich angeregt über irgendwas zu unterhalten. Schließlich verstummten sie, als Mail hereintrat.

„He, mein Schatz, wo warst du denn?“, fragte Finn sie besorgt und sie schaute ihn an. „Ich musste raus hier. Vermisst habt ihr mich sicher nicht!“, fuhr sie ihren Freund an. Es tat ihr in der Seele weh, so mit ihm zu reden. „Mali, Sandra ist meine Ex-Freundin, ja, aber ich liebe dich, und ich freue mich auf das Kind, und sie, sie bleibt solange in unserem Gästezimmer, bis sie das mit ihren Eltern geklärt hat.“ „Hm…“, brummte Mali nur. „Komm mal mit!“, sagte Finn und stand auf. Sanft nahm er sie bei ihrer Hand und führte sie aus seinem Zimmer, sodass sie sich ungestört miteinander unterhalten konnten.

„Ich liebe dich, Mali! Verdammt, du bist mein Leben und ich will dich nicht verlieren. Diese Sandra…, mir passt es auch nicht, dass sie hier einfach so aufgetaucht ist, aber ich kann sie ja schlecht auf der Straße pennen lassen und glaub mir, nie kann sich jemanden zwischen uns stellen!“, versuchte er sie zu beruhigen und ihr die Situation klar zu machen.

„Ja, ich verstehe das ja, aber…, ich will dir vertrauen, aber…ich weiß nicht, ob ich das noch kann…“, sagte sie.

Fragend sah Finn sie an. Sie erzählte von dem Kuss mit Tom. Finn ließ sie zu Ende reden, hörte sich geduldig alles an und auch ihre Selbstbeurteilung oder auch Selbstverurteilung.

„Ich…ich verzeihe dir das, es kann sich einfach niemand zwischen uns stellen, weder Tom noch Bill und Sandra schon gleich gar nicht!“, versicherte er ihr und augenblicklich fand sie sich in seinen Armen wieder. Sie hatte auch den Umzug der Jungs nicht ausgelassen.

Aber die angezweifelte Vaterschaft.

 

Chapter seventeen:

 

Finn schaute sie eine Weile lang verträumt an, dann sagte er ganz unvermittelt; „Du bist meine Traumfrau. Ich freue mich so auf unser Kind. Ich bin so glücklich mit dir.“

Das berührte Mali sehr. Heiße Tränen liefen über ihr Gesicht und sie drückte sich noch näher an Finn ran.

„Schatz, es ist alles okay.“, flüsterte er an ihr Ohr und sie schluchzte erneut auf, nickte jedoch.

Finn drückte, als Mali sich beruhigt hatte sanft ihr Kinn hoch und ihre Lippen trafen aufeinander. Sie küssten sich voller Leidenschaft und Gefühl.

Mali klammerte sich an Finn wie eine ertrinkende. Plötzlich spürte sie einen Tritt im Bauch.

Sofort hörte sie auf ihren Freund zu küssen.

„Schatz, er hat getreten.“, kreischte Mali auf.

„Wiiie?“, quietschte Finn.

„Jaaaaaa. Unser Kind hat mich getreten!“, freute Mali sich.

Finn nahm Mali auf den Arm und legte sie auf das nächste Sofa.

Er setzte sich neben sie und legte seinen Kopf vorsichtig auf ihren Bauch.

Lange lag Mali nur so da und plötzlich trat der Kleine wieder.

„Auuuuuuu!“, jaulte Finn auf „Das war mein Ohr!“, er schaute seine schwangere Freundin entsetzt an.

„Schatz, er weiß doch nicht, dass es dein Ohr war.“, kicherte sie.

„Ah ja, stimmt ja.“, er kratzte sich verwirrt am Kopf.

Seine schwarzen Haare standen ihm wirr vom Kopf ab. Mali dachte, sie würde ihr Hand klingeln hören, doch genau im dem Moment, als sie sich sicher war, dass es klingelte, war das Geräusch auch schon wieder weg.

„Sag mal Schatz, hast du schon mal über einen Namen für den Kleinen nachgedacht?“, fragte Mali Finn nach einer Weile.

Finn schaute Mali fest in die Augen, dann sagte er plötzlich; „Aurelius!“

Malis Augen wurden riesengroß; „Du willst deinen Sohn wie deinen Opa, den du über alles gehasst hast nennen?“

„Warum denn nicht?“, fragte Finn und zuckte die Schultern ziemlich teilnahmslos.

„Also ist es dir egal, wie unser Kind heißt?“, zickte Mali Finn an.

„Ja, eigentlich schon.“, erwiderte er Schulter zuckend.

„Gut, dann will ich, dass unser Kind Tom heißt.“, sagte sie provokant.

„Du willst WAAAAS?“, schrie er aufgebracht. „Du willst unser Kind nennen, wie dein Ex heißt…? Ich glaubs ja nicht!!!“

Finn sprang auf und lief immer wieder vor Mali hin und her.

„Ich denk’ es ist dir egal?“, provozierend schaute sie ihm fest in die Augen.

„Ja schon, aber … aber… Tom?“, unsicher stierte er die gegenüberliegende Wand an.

„Wieso denn nicht? Also ich find’ den Namen sehr schön.“, sagte Mali. Sie log, doch wenn sie auf die Weise erreichen konnte, dass Finn sich mehr für die Namensgebung interessierte, war ihr das recht.

Sie fand den Namen ‚Tom’ absolut nicht schön. Vor allem auch, weil ihr Exfreund so hieß.

Auch wenn Malika Tom damals geliebt hatte, wusste sie ganz genau, dass er nur noch ein Freund für sie war und den Kuss vorhin wollte sie ganz schnell wieder vergessen.

Malika hatte verdammte Angst, dass Tom vielleicht doch noch der Vater des Kindes sein könnte.

Rein rechnerisch schließlich nicht auszuschließen. Nur, was würde sie ihrem Freund dann erzählen? Sie brauchte die Gewissheit. Sie musste wissen, ob das Kind von Finn oder von Tom ist.

Schließlich konnte sie nicht ihr ganzes Leben mit einer Lüge leben. Das würde sie selbst umbringen…

 

Chapter eighteen:

 

Bis sie aber die Gewissheit hatte, musste sie warten, bis der Kleine auf der Welt war. Vorher ging so etwas nicht.

Aber was wäre, wenn Finn nicht der Vater wäre? Wenn Tom…, nein, soweit wollte sie gar nicht erst denken, dass war einfach zu viel.

„Schatz? Alles okay?“, fragte Finn seine Freundin und kuschelte sich weiter an sie. „Ja…“, hauchte sie, zog ihren Freund an sich und begann ihn leidenschaftliche zu küssen. Seine Berührungen genoss sie sehr und auch sie fuhr an seinem T-Shirt entlang…

„Schatz? Hast du vielleicht ein Handtuch für mich?“, kam die schrille Stimme aus der Wohnzimmertür.

Entnervt löste Finn sich von Mali und sie spürte deutlich, wie er ihr am liebsten an die Gurgel gesprungen wäre.

„Ja, warte!“, raunte er ihr zu und stand auf. Erst als er seinen Blick in ihre Richtung schweifen ließ, stoppte er in seiner Bewegung. Sandra stand in fast durchsichtiger Reizunterwäsche vor ihr und Finn setzte einen noch saureren Blick auf, als er eh schon hatte. Sandra ging verwirrt einen Schritt zurück und auch Mali sah erst jetzt wie sie ins Wohnzimmer getreten war.

„Hier!“, sagte Finn einige Minuten später in einem kalten Ton zu ihr und reichte ihr das gewünschte Handtuch. „Und wag es dir ja nicht noch einmal hier so aufzutauchen. Erstens hast du uns gestört und zweitens: Schon mal was von einem Bademantel gehört? Aber keine Angst, auf solche billigen und schlampigen Anmachversuche falle ich nicht herein!“, zischte Finn ihr zu und sie stand nur perplex vor ihm.

„O-o-k-a-y…“, stotterte sie und verschwand. Damit hatte sie nicht gerechnet. Und es sollte ihr auch eine Lehre sein.

„Es tut mir leid, Schatz!“, sprach Finn beruhigend auf Mali ein, die noch etwas verunsichert und irritiert auf dem Sofa saß.

„Schon okay, schließlich hast du sie ja nicht gerade freundlich behandelt! Entschuldige, aber…, auch wenn sie nur ein Mensch ist, wie du und ich, sollte sie sich nicht das Recht herausnehmen, hier so aufzutauchen!“, meinte Mali und zog ihren Freund wieder zu sich heran.

Die Stimmung war futsch, aber dennoch genoss sie seine Nähe, die in letzter Zeit unter allen möglichen Problemen gelitten hatte. Es tat ihr in der Seele weh, ihren Freund noch immer wegen einer Sache, die auch keine Kleinigkeit war, belügen zu müsse beziehungsweise es ihm zu verheimlichen.

Es war einfach grauenvoll. Diese Ungewissheit zerstörte sie fast und wie sie so durch sein schwarzes Haar strich – sie war die Einzige, die das durfte – wollte sie den Gedanken umso mehr nicht wahrhaben, dass Tom der Vater ihres Kindes sein könnte.

Die restlichen Monte strichen dahin und Mail arbeitete noch einige Male an einigen wichtigen Aufträgen, aber in dem Limit, wie sie es konnte.

Bald war es auch schon soweit und der errechnete Geburtstermin stand an. Finn k+mmerte sich noch sorgenvoller um sie, dass es Mali manchmal etwas nervte, doch sie wagte nichts dagegen zu sagen, um ihn nicht zu verletzen. Sandra schien sich noch immer wohl unter diesem Dach zu fühlen und schien sich auch sonst nicht um irgendwas zu kümmern, was sich Suchen nach einer Wohnung nannte. Sie ging auch kaum zur Schule, da sie es anscheinend auch nicht für Nötig hielt.

Malis Geburtstermin rückte immer näher und noch ging es ihr gut. Sie spürte die Tritte des Kleinen und freute sich darauf, wenn es denn endlich soweit war.

Am Tag, als sie ins Krankenhaus eingeliefert werden sollte, stand bevor und an diesem Vormittag setzten auch beinah pünktlich die Wehen ein. Auf dem Weg ins Krankenhaus warf sie noch einen Blick auf ihr Handy und las die neu angekommende SMS. Sie stammte von Tom und er wünschte ihr viel Glück, sowie würde er vorbeikommen, wegen des Tests und sie solle ihm Bescheid sagen.

Sie legte das Handy ausgeschaltet zu ihren Sachen und in diesem Moment kam wieder eine der Wehen, deren Abstand nun immer kürzer zu werden schien.

Im Krankenhaus angekommen, wurde sie sofort in den Kreissaal gebracht und dann ging alles nur noch ganz schnell. Ihr Sohn hatte es scheinbar eilig und nach etwa zwei Stunden war die ganze Prozedur auch schon vorbei. Glücklich und mit Finn an ihrer Seite, saß sie in ihrem Zimmer und hielt ihren Sohn auf dem Arm.

Glücklich. Ja, das war sie in diesem Moment und als sie Finns Lippen auf ihrer Wange spürte, wagte sie es kaum, noch an irgendwas zu zweifeln. Doch der Test musste gemacht werden und die Gewissheit brauchte sie einfach.

Doch in diesem Moment wollte sie das Glück einfach nur genießen und sich über nichts, was ihr Glück auch nur im entferntesten zerstören konnte, nachdenken.

Nein, sie hielt ihr Glück – ihr gemeinsames Glück mit Finn, den sie liebte – in den Armen und konnte sich nichts anderes vorstellen, als das Finn der Vater sein könnte.

Sie schob sämtliche Gedanken vorbei und gab Finn den Jungen auf den Arm. Er war kaum wiederzuerkennen. Er schaukelte den Kleinen liebevoll hin und her und legte ihn anschließend in das kleine Babybettchen, welches im Zimmer stand.

Ihr Glück schien perfekt, dachte sie, als sie noch etwas erschöpft nach hinten fallen ließ.

Es durfte einfach nichts geben, was dies zerstören konnte.

 

Chapter nineteen:

 

Zeit verstrich, in der Mali und Finn einfach nur nebeneinander saßen und Mali – Lian – so hatten beide beschlossen, dass ihr Sohn so heißen sollte, stillte.

Anfangs fühlte es sich echt merkwürdig an, denn der Kleine sog ganz schön doll an Malis Busen.

Plötzlich, als Mali wieder ihren Sohn stillte, flog die Tür auf. Das erste was Mali sah, waren ein paar fliegende Dreads und dann einen schwarzen Wischmopp, wie ihr vorkam.

Kurz darauf merkte sie jedoch, dass es Bill und Tom waren. Sie stürzten auf Mali, Finn und das Kind zu. Tom hatte einen fetten Blumenstrauß in der Hand und Bill eine große, undefinierbare Tüte.

„Ist er das?“, kreischte Bill aufgeregt.

Mali starrte die beiden nur an und nickte dann langsam. Sie nahm Lian von der Brust und legte ihn auf ihr Dekolleté.

„Ah gutschi gutschi guuuuh.“, machte Bill und quietschte vor Freunde, als Lian anfing zu lachen.

„Wie süüüüüß!“, quietschte er und fing an im Raum zu hüpfen wie ein Flummi.

„Meine Fresse, Bill. Nicht so laut!“, motzte Tom.

„Aber… aber… so süüüüüüüüüüüüüüüüüüß.“, sagte Bill vollkommen fasziniert von Lian.

„Wenn ihr jetzt nicht sofort den Raum verlasst, habt ihr beiden gleich ein ganz großes Problem!“, rief Finn aufgebracht und kurz darauf waren die Zwillinge auch schon verschwunden. Finn schaute genervt auf die nun geschlossene Tür.

„Oh man, - Kinder.“, sagte er und schüttelte abwesend den Kopf.

Mali musste kichern. „Schatz, willst du nicht langsam nach Hause, schließlich musst du Morgen wieder zur Arbeit.“, fragte Mali ihren Freund unsicher.

„Doch, doch.“, sagte Finn und verabschiedete sich lange von seinem neugeborenen Kind und von seiner Freundin.

„Ich liebe dich. Ich komme Morgen nach der Arbeit wieder.“, sagte er im rausgehen und schon schloss die Tür sich.

Kaum hatte Mali erneut Luft geholt um sich etwas zu entspannen, schon riefen zwei Stimmen; „Maliiiii!“, die Tür flog auf und die Twins kamen auf sie zu gerannt.

Sie seufzte grinsend auf. Die beiden immer.

„Na ihr beiden.“, begrüßte sie sie.

„Darf ich Lian mal halten?“, fragte Bill plötzlich.

„Ehm.. Klar. Aber pass mit seinem Köpfchen auf.“, sagte Mali und reichte ihr Kind vorsichtig an Bill.

„Mali, wann wollen wir das eigentlich jetzt machen? Ich brauche einfach die Gewissheit, ob es mein Kind ist, oder Finns? Denn wenn es mein Kind sein sollte, dann möchte ich mich von Anfang an um den Kleinen kümmern.“, erklärte Tom.

„Am besten schnellst möglich.“, sagte Malika bedrückt.

Sie schaute Bill an, er war hellauf begeistert von Lian. Lian lachte Bill jedoch die ganze Zeit nur aus und zog ihm an den Haaren. Sie prustete los, als sie Bills Gesichtsausdruck zu sehen bekam.

„Ah ja, hier die Blumen sind für dich. Wir haben es in Berlin einfach nicht ausgehalten, wir wollten Lian unbedingt sehen und es war echt nicht einfach sich von David und so loszueisen.“, grinste Tom sie an.

„Mali, die Tüte, wo Tom grad’ die Blumen erwähnt, ist auch für euch.“, sagte Bill so beiläufig wie möglich.

„Tat es eigentlich sehr weh?“, fragte Tom plötzlich.

„Schon, aber die Freude war natürlich größer.“, sagte Mali und lächelte Tom müde an.

Sie beobachteten Bill eine Weile und dann sahen sie sich an, Mali sprach; „Was machen wir, wenn Lian von dir ist? Was soll ich dann Finn erzählen?“

 

Chapter twenty:

 

„Ich weiß es nicht“, sagte Tom und ließ seinen Kopf sinken. Sie wusste es auch nicht. Woher auch? Sie hatte sich nicht damit auseinandersetzen wollen, dass vielleicht Lian von Tom sein könnte.

Dennoch taten sie gleich alles, was sie für den Test brauchten und dann war Tom mit seinem Bruder auch schon wieder verschwunden und Mali mit Lian alleine.

Sie genoss das Glück, welches sie in ihren Händen hielt. Ihren Sohn. Er war sofort wieder eingeschlafen, nachdem die Jungs weg waren und lag friedlich in seinem kleinen Bettchen. Bis zum nächsten Tag, an dem Finn wiederkommen würde, passierte nicht viel. Mali nahm Lian regelmäßig aus dem Bettchen, um ihn zu stillen und sah ihm die ganze Zeit beim schlafen zu, bis dann auch ihr die Augen zufielen. Doch sie konnte nur schwer den Blick von ihrem Sohn abwenden.

„Na, wie geht’s euch beiden? Alles okay?“, begrüßte Finn sie am nächsten Tag. Von Bill und Tom hatte sie seit gestern nichts mehr gehört.

„Gut“, antwortete Mali und erwiderte freudig den Kuss ihres Freundes. „Der Kleine schläft…, wie süß er doch ist!“, strahlte Finn und wieder machte sich in Mali diese Ungewissheit breit. Wann würde Tom sich melden? Und wann würde sie das Ergebnis in den Händen halten? Sie wollte nicht wissen, wie sie reagieren würde, wenn Tom der leibliche Vater ihres Kindes wäre. Verkraften? Nein, das könnte sie nicht. Lian war ihr ein und alles. Nichts würde sie davon abhalten ihn mit Finn groß zu ziehen. Dafür liebte sie den Kleinen viel zu sehr und auch Finn. Mit dem nun endlich wieder alles gut ging. Sie liebte ihn und nichts konnte sie mehr auseinander bringen. Nichts. Rein gar nichts.

„Finn?“, fragte Mali von ihrem Bett aus. Lächelnd kam er auf sie zu und setzte sich an ihr Bett. „Ich liebe dich und…und versprich mir, dass uns nichts mehr auseinander bringen kann. Unsere kleine Familie durch nichts zerstört wird, ja?“ „Ich verspreche dir alles was du willst“, meinte er und berührte sanft ihre Lippen. Ein Kuss. Ein wunderbar zärtlicher Kuss entstand.

Den ganzen Nachmittag über blieb Finn bei ihr und unterstützte sie bei allem, was wegen dem Kleinen anstand. Seine Fürsorge reichte beinah ins Grenzenlose und Mali glaubte fest daran, dass sich alles zum Guten wenden würde. Sie hoffte es.

Am Abend desselben Tages meldete sich Tom, indem er noch einmal vorbei kam, allerdings ohne Bill und sofort war die Atmosphäre entspannter und weitaus ruhiger, wie am Vortag.

„Wie lange dauert es, bis sie das Ergebnis haben?“ „Ich weiß es nicht, einige Tage auf jeden Fall, aber ich sage dir auf jeden Fall rechtzeitig Bescheid, das weißt du doch!“, beruhigte er sie. Doch so wirklich ruhig bleiben konnte sie nicht. Die Ungewissheit stieg immer mehr und sie hatte Mühe, Finn von alledem nichts zu sagen. Doch nun war sie der Gewissheit ein ganzes Stück näher, als vor ein Paar Monaten und nun wollte sie auch noch das letzte Stück aushalten, so sehr weh es ihr auch tat, es vor Finn – den sie mehr als ihr Leben liebte – zu verheimlichen.

Die Tage die sie noch im Krankenhaus verbrachte, vergingen in Ungewissheit. Der Test dauerte seine Zeit und als dann Tom mit der Nachricht kam, dass es sich noch um ein Paar Wochen verzögern würde, da der zuständige Arzt – anscheinend der Einzige an der Klinik – im Urlaub sein würde. In Mali kochte die Wut auf. Gab es denn nicht irgendjemanden anderen, der das machen konnte? Sie wollte doch bloß dieses verdammte Ergebnis. Aber sie freute sich ebenso sehr, wie sie wütend war, dass sie endlich mit Lian nach Hause durfte und endlich wieder mehr Zeit mit Finn verbringen konnte, da er sich ein Urlaub genommen hatte, um ganz für Mail und seinen Sohn Lian da zu sein.

Sandra war auch noch da, was ihrer Freude einen gewaltigen Dampfer verpasste, doch sie akzeptierte es erstmal, denn einfach so rausschmeißen konnten sie sie ja auch nicht.

Dafür hatte dieses Mädchen gut gesorgt.

Mali stillte den Kleinen gerade, als Sandra zu ihnen ins Zimmer kam. „He, Finn, alles okay? Wie geht’s dir denn nach dieser Nachricht?“ Irritiert schaute Finn zu Sandra auf. „Was für eine Nachricht? Mir geht’s super, schließlich habe ich einen Sohn!“ „Tja, deren Vaterschaft von dir noch nicht einmal bewiesen ist!“, platzte diese kleine Göre damit raus und Mali hätte sie am liebsten geohrfeigt, für das was sie da gerade eben gesagt hatte.

„Wie bitte?“ Entsetzt richtet Finn seinen Blick auf Mali und das Kind, welches in ihren Armen lag.

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