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Meine Laune ist mies, es ist besser ihr sprecht mich Heute nicht an.

DIES & DAS

Untitled Engel der Nacht

BROKEN WINGS

Vorwort You're not enough 1-10 You're not enough 11-20 You're not enough 21-30 You're not enough 31 -End

It's need always simple life 1-10 It's need always simple life 11-20 It's need always simple life 21-30 It's need always simple life 31-End

Credits

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It's need always simple life

Chapter One:

 

Oft dachte Mali an die Zeit mit Tom und Bill zurück, sie vermisste die beiden unwahrscheinlich. Nie hatten sie sich bei ihr gemeldet. All das lag inzwischen schon fast ein halbes Jahr zurück. Sie hatte ihr Abitur mit Bravour bestanden und eine Ausbildung als Fotografin begonnen. Sie war glücklich mit Finn zusammen und sie hatten sich bisher nicht einmal gestritten.

Um es nicht zu untertreiben, war ihr Leben perfekt. Noch nie hatte Malika sich so wohl gefühlt.

Sie lag in Finns Zimmer in seinen Armen und sie genossen ihre Anwesenheit.

Plötzlich wurden sie aus ihrer trauten Zweisamkeit gerissen. Ein Handyklingeln störte sie.

Malis Handy klingelte. Es spielte wie gewohnt ‚Barbie Girl’.

Sie schreckte auf.

„Tut mir Leid, Schatz.“, flüsterte sie und ging zu ihrer Tasche um an ihr Handy zu gehen.

Sie schaute auf ihr Handy. ‚Unbekannter Teilnehmer ruft an’, stand dort.

In Malika machte sich ein unbehagliches Gefühl breit, trotzdem hob sie ab.

„Hallo?“, fragte sie.

„Hey Mali.“, begrüßte sie eine Stimme, mit der sie im Leben nicht gerechnet hätte.

„Ich…Tom? Was willst du denn?“, rutschte ihr raus.

Finn schaute sie vorwurfsvoll an.

Sie warf ihm einen entschuldigenden Blick zu und ging auf den Balkon von Finns Zimmer.

„Ja… Mali… Ich wollte einfach nur wissen wie es dir geht… und…“, er stockte.

„Tom, mir geht es prächtig. Was und?“, hackte sie nach. Sie hatte ein ungutes Gefühl mit Tom zu telefonieren.

„Ich… ich habe dich vermisst.“, flüsterte er.

„Wie bitte? Du hast mich vermisst? Na das kommt aber sehr früh.“, erwiderte sie leicht zickig.

„Ja mein Gott Malika. Du hast mich betrogen. Du hast fremd gepoppt. Ich hatte die ganze Zeit Recht, du hattest etwas mit Bill und er hat es nicht einmal für nötig gehalten es mir zu erzählen, dass ihr eine Fickbeziehung geführt habt. Man, Mali, Schatz…“, es schien als wüsste er nicht wie er weiter sprechen sollte.

„Können wir uns treffen? Ich bin gerade in Hamburg… Ich würde mich gerne mit dir aussprechen.“, fragte er leise.

„Ich… man Tom… Okay, wenn du es unbedingt willst.“, stimmte sie nach kurzer Zeit des Überlegens zu.

Sie wusste nicht warum sie es tat und doch wollte sie Tom wieder sehen.

Malika wollte wissen, wie es ihm ging, ob er und Bill sich wieder vertragen hatten.

„Ist… ist… es okay, wenn Bill mitkommt?“, fragte Tom.

Mali musste stark schlucken. Bill sollte auch noch mitkommen.

„Okay, mir soll es recht sein.“, sagte sie.

„Gut.“, sagte er nur.

„Tom, ich muss aufhören, ich ruf dich an. Hast du deine Nummer gewechselt?“, fragte sie.

„Ne, ist immer noch dieselbe.“, erwiderte er. Seine Stimme wirkte traurig.

„Okay, Ciao“, und ehe er etwas erwidern konnte legte Malika auf.

Würde sie wirklich bei ihm anrufen? Das wusste sie selbst noch nicht. Sie trat wieder ins Zimmer von Finn. Finn beäugte sie misstrauisch.

„Was wollte der denn?“, fragte er.

„Er will sich mit mir aussprechen.“, erwiderte sie und schaute auf den Boden.

„Er will was?“, fragte Finn ungläubig.

„Sich aussprechen, Schatz. Sich aussprechen.“, sagte Mali geistesabwesend.

„Du hast doch wohl nicht zugesagt, oder?“, fragte er.

„Ich… doch.“, sagte sie kleinlaut.

„Ey sorry, Mali. Du bist doch echt nicht mehr ganz dicht.“, zickte Finn sie an.

„Ich bin bitte was?“, kreischte sie auf.

„Du hast mich schon richtig verstanden.“, erwiderte er und warf ihr einen kalten Blick zu.

 

Chapter Two:

 

„Es…es tut mir leid, Finn. Aber…, ich…ich hab’ ihm zuliebe zugesagt. Ich mein’, er würde doch keine Ruhe geben, oder?“ „Weiß ich nicht, Mali, aber…ich find’s scheiße, wenn du dich mit ihm triffst!“, gab er offen und ehrlich zu und beäugte Mali mistraurisch. Klar, er hatte Recht, das musste sie sich eingestehen.

„Aber…, was hätte ich denn tun sollen? Er hätte wieder und wieder angerufen…, ich…ich wollte gleich Ja sagen, bevor er mich nervt…“ „Kann ich ja verstehen, aber…, es gibt nun mal auch eine Person in deinem Leben, die sich um dich sorgt. Die dich liebt, Mali, vergiss’ das nicht!“ „Finn…ich…ich liebe dich, das weißt du. Und ich würde…ich könnt’s nicht übers

Herz bringen!“ Mali sprach in seiner deutlichen Sicherheit, dass es sie beinah selbst schon verwunderte. Doch das was sie eben gesagt hatte, stimmte. Vollkommen. Sie könnte Finn nie betrügen. Nein, so tief war sie noch nicht gesunken. Finn liebte sie und sie liebte ihn. Das war Erklärung und Argument genug. Wobei es das nicht geben sollte. Es ging einfach nicht. Und das Bedurfte einfach keiner Erklärung und keiner Argumente.

„Schatz, du weißt genau wie sehr ich dich liebe, und das ich das niemals tun könnte. Und so werde ich ihm das auch sagen. Aber ich…ich werd’ das Gefühl nicht los, dass…das er ein Recht auf eine Aussprache hat. Schließlich ging das mit uns einfach so…so eiskalt auseinander…und…ich kann mir das nie verzeihen. Das weißt du auch!“ „Ja, klar weiß ich das. Aber ich will dich einfach nicht verlieren!“, erklärte Finn und stand auf. Trat an seine Freundin heran. „Ich liebe dich, und ich will einfach nicht, dass er uns auseinander bringt!“ „Schatz, das schafft er nicht!“, sagte Mali und fiel ihrem Freund in die Arme. Wie geborgen sie sich doch bei ihm fühlte. Wie sehr sie ihn doch liebte. Er war nicht nur ihr Freund, bester Kumpel, Finn war ihr Leben.

„Na, dann werde ich dich gehen lassen, hm?“ „Du…du bist so lieb. Einfach einzigartig!“, sagte Mali und sah ihren Freund an. Zog ihn an sich heran und ihre Lippen verschmolzen miteinander. Diese Küsse, Mali wusste nicht, wie sie ohne sie weiterleben könnte. Wie sie je darauf verzichten konnte, wobei sie sie doch haben konnte.

Sie rief Tom am nächsten Tag zurück und hoffte, während es klingelte, dass er Zeit haben würde und sie die Sache schnell über die Bühne bringen würden. Sie hoffte es sehr. Denn Finn wehzutun, ganz gleich in welcher Form – und sie begab sich in ein Risiko – würde sie sich nie verzeihen und war auch gar nicht möglich. Nein, das ging nicht. Nein.

„Tom?“, fragte sie, als jemand abgehoben hatte. „Ja, Mali? Was gibt’s denn, Schatz?“ „Nenn’ mich nicht wieder ‚Schatz’ Okay?“ Oh, tut mir leid…, war mir wohl so rausgerutscht…, und-und was machst du so?“, wollte er von ihr wissen. „Ich? Ich bin gerade dabei eine Ausbildung zu machen und bin glücklich mit Finn zusammen!“ „Wie? Wer ist denn nun schon wieder Finn?“ „Oh, man, raffst du es denn jemals? Finn ist mein Freund. Mein Leben. Und du hast ihn als meinen besten Kumpel kennengelernt, der er auch immer noch ist!“, erklärte sie Tom nun schon zum zigsten Mal. „Ach so, der…, ja…, na ja, ich…wann hast du denn Zeit?“ „Wie wär’s mit Wochenende? Wie lange seid ihr denn in Hamburg?“ „Na, ja erstmal ´ne Weile. Schließlich müssen wir einiges für unser neues Album tun und na ja, ausruhen…und so…“

„Ah, okay, na, dann würde ich das Wochenende vorschlagen?“ „Okay, am Samstag? Bei uns?“ „Okay…, bis Samstag und noch ´nen schönen Abend!“, sagte sie und legte auf. Mehr gab es nicht zu besprechen. Schließlich war sie ihm keinerlei Rechenschaft schuldig und mit ihm zu telefonieren wollte sie auch nicht, das konnten sie alles auch noch am Samstag besprechen.

Mali zog sich schnell was an, nachdem sie das Gespräch beendet hatte und machte sich dann auf den Weg zu ihrem Freund. Ihrem Leben. Zu Finn.

Sie konnte ihm nicht oft genug sagen, wie glücklich sie mit ihm war, und sie genoss die Zeit, die sie miteinander verbrachten. Und es war auch nicht immer viel, da sie ab und zu auch mal verreisen musste, um irgendwelche Fotos für irgendwelche Bücher oder Zeitschriften zu machen und Fotografen mussten sich nun mal auch auf den Weg machen, um ihr Objekt der Begierde abzulichten. Doch für Mali war es okay. Schließlich hatte sie Spaß an ihrem Job und sie wollte Finn auch nicht dauerhaft um sich haben, wenn sie es sich auch wünschte, doch sie liebte ihn und wollte nicht, dass ihre Beziehung wegen irgendwas auf die Probe gestellt wurde.

Nein, nichts würde sie je wieder auseinander bringen. Nichts.

Bei Finn angekommen, öffnete seine Ma ihr die Tür und ließ sie mit einem Lächeln eintreten. Dass Mali hier nun Dauergast war, war unschwer erkennbar und sie verstand sich mit Finns Eltern sehr gut.

„He mein Schatz!“, begrüßte sie ihren Freund, der in seinem Zimmer am Schreibtisch saß und vor sich einen Block und seinen Laptop stehen hatte.

„Na, alles okay bei dir?“, fragte er sie. „Ja, und auch bei dir? Was machst du da eigentlich?“, fragte sie und kam einen Schritt näher auf ihn zu. Ihr Freund zog sie erstmal auf seinen Schoß, gab ihr einen innigen und zärtlichen Kuss und erklärte ihr dann was er da machte. Finn hatte sich nach der Schule nach einer Ausbildung als Informatiker und gleichzeitig Mathematiker umgeschaut und machte nun eine Ausbildung und gleichzeitig ein Studium (Hab’ vergessen, wie das heißt, aber sowas gibt’s).

„Super, habe jetzt richtig viel verstanden…“, meinte sie daraufhin und schaute auf die ganzen Zahlen die da auf einem schwarzen Kästchen auf dem Bildschirm zu sehen waren.

„Ja, na ja, so schwer ist es ist nicht und du brauchst auch nur-“ „Schon okay, ich glaub’ dir ja, dass das einfach ist!“, meinte sie und kuschelte sich enger an ihren Freund.

„Schatz?“, fing sie bald darauf an. „Was denn, Süße?“ „Ich hab’ gerade mit Tom telefoniert…, wir…wir wollen uns am Samstag bei ihm treffen…!“ „Wie?“ Verdutzt schaute Finn in das Gesicht seiner Freundin und verlangte eine Erklärung.

 

Chapter Three:

 

Stumm schaute sie ihn an.

Dann begann sie zu sprechen; „Ich weiß nicht, was dein Problem ist… Er ist nur mein Ex-Freund.“

„Nur dein Ex-Freund also…Der zufällig noch immer in dich verliebt ist.“, feixte er.

„Woher willst du das denn bitte wissen? Das ist doch völliger Quatsch mit Soße.“, erwiderte sie, als sie eine Entscheidung fasste.

„Ich werde mich mit Tom und Bill treffen, es ist mir egal, was du dazu sagst.“

Sie hatte die Schnauze so voll. Sie würde sich doch wohl nicht etwas verbieten lassen und erst recht nicht von Finn. Entweder er würde ihr vertrauen, oder eben nicht.

Sie wollte Tom wieder sehen. Sie konnte einfach nicht anders. Sie wollte ihm alles erklären. Alles.

„Ah, mach doch was du willst. Du hörst ja eh nicht auf mich.“, sagte Finn und schaute sie vorwurfsvoll an.

„Ja, ganz genau, das werde ich. Ich werde mich morgen mit Tom und Bill treffen. Und nun werde ich gehen, denn ich muss noch einige Filme entwickeln.“, sie verdrehte ihre blauen Augen während sie sprach. Malika hätte tatsächlich schon vorhin die Filme entwickeln müssen, doch sie hatte Finn versprochen gehabt, dass sie noch kurz zu ihm kommen würde.

„Okay Schatz. Wann sehen wir uns?“, fragte Finn.

Mali zuckte die Schultern; „Weiß nicht, morgen geht es auf keinen Fall. Ich ruf dich an, okay?“, schlug sie vor und erntete sofort einen eisigen Blick von Finn, aber es interessierte sie nicht sonderlich, denn da musste er jetzt durch.

Sie machte sich auf den Weg nach Hause und verwandelte ihr Zimmer in eine Dunkelkammer, in der sie dann all die Bilder entwickelte. Es waren echt gute dabei. Das musste sie wirklich sagen. Malika war unglaublich stolz darauf, dass sie schon sehr große Aufträge bekam und vor allem wichtige.

Mali durfte bereits in ihrem ersten halben Jahr viele Stars ablichten und es machte ihr sichtlich Spaß. Sie wurde anerkannt.

Sie legte sich relativ früh schlafen um Morgen fit zu sein. Schließlich wollte sie Bill und Tom nicht mit dem Aussehen einer Leiche gegenübertreten.

Mali war leicht aufgeregt, als sie am nächsten Morgen aufwachte.

Sie stand auf und machte sich erst einmal fertig, schminkte sich jedoch nur leicht und zog sich elegant an, da sie am Nachmittag noch ein Fotoshooting mit den Toten Hosen hatte.

Malika freute sich schon sehr auf das Shooting. Sie mochte die Toten Hosen.

Nachdem sie sich bei ihrer Mutter abgemeldet hatte, obwohl sie das eigentlich gar nicht musste, machte sie sich auf den Weg zur Studiowohnung der Jungs.

Sie ging den kurzen Weg zu Fuß und war kurze Zeit darauf auch schon bei den Jungs vor der Haustür. Sie drückte drei Mal auf den Knopf. Das tat sie immer, damit die Jungs wussten, dass sie es war. Nach einer kurzen Weile wurde der Summer betätigt und Malika stieg die ihr vertrauten Treppen hoch.

Ihr war ein wenig mulmig zumute, doch sie überspielte es gekonnt.

Oben angekommen, stand Bill leicht lächelnd in der Tür.

„Hey.“, begrüßte er seine ehemalige Fickbeziehung.

„Hi Bill.“, erwiderte sie und er umarmte sie sanft.

„Ich hab dich vermisst.“, hauchte er und sie bekam eine leichte Gänsehaut.

„Mhm.“, machte sie und trat nachdem er sie dazu aufgefordert hatte ein.

„Toooooooooooooooooom.“, rief Bill heiser.

„Was willst du Pisser?“, fuhr er Bill von seinem Zimmer aus an.

„Deine Freundin ist da.“, rief er und grinste hämisch.

„Sie ist nicht meine Freundin, klar.“, versuchte er Bill einzutrichtern.

„Wie wäre es wenn du ihr wenigstens hallo sagst. Sei wenigstens bei ihr Gentlemen like, okay?“, fragte Bill.

„Man Bill, halt einfach dein Maul, ich tue was ich will und nicht, das was du willst. Es ist mein Leben. Bin in meinem Zimmer.“, brüllte er und seine Zimmertür knallte keine zwei Sekunden später zu. Mali konnte sich den Schlüssel drehen hören.

„Tut mir leid, Bill. Ich hätte nicht kommen sollen.“, seufzte sie resigniert.

„Ah Quatsch, der hat nur wieder so seine Macken, lass uns so lange zu mir ins Zimmer.“, schlug Bill vor, während er einen Arm um Malikas Schultern legte und sie in sein Zimmer bugsierte.

„Okay, aber was ist mit ihm?“, fragte Mali. Schließlich hatte er sie doch hierher bestellt. Er wollte, dass sie zu ihnen kam. Sich aussprechen. Warum zog er dann so etwas ab?

War es falsch hier her zu kommen?

„Willst du dich denn nicht setzten?“, fragte Bill und deutete auf sein Sofa.

Malika nickte und setzte sich zu ihm auf sein Sofa.

Eine peinliche Stille trat zwischen ihnen ein.

„Wie geht es dir so?“, fragte Bill nach einer Weile.

„Ganz gut, und wie geht es dir?“, fragte sie zurück.

„Muss, muss. Tom redet zwar nicht mehr mit mir, aber sonst schon in Ordnung.“, sagte er niedergeschlagen.

„Warum redet er nicht mehr mit dir?“, fragte sie. Als hätte sie die Antwort nicht schon befürchtet, bestätigte er ihren Verdacht.

„Wegen damals, Malika. Wegen uns.“, flüsterte er und schaute sie an.

„Wie lange schon?“, fragte Mali ihn.

„Seit dem er deinen Brief gelesen hat.“, er schaute Mali nicht an.

Mali seufzte.

„Er hat sich Monatelang in seinem Zimmer verschanzt, nicht mit mir gesprochen, was ich natürlich nicht verstanden habe, doch eines Tages, habe ich den Brief gefunden. Mali, er hat sich verändert wegen dir. Er fasst kein Mädchen mehr an, ohne Tränen in den Augen zubekommen. Es kann so einfach nicht mehr weitergehen. Er ist mein Bruder, ich kann ihn so nicht leiden sehen.“, erklärte Bill, er machte den Eindruck, als würde er nicht darüber reden wollen.

„Ja, das verstehe ich. Was macht ihr eigentlich gerade?“, fragte sie um das Thema zu wechseln.

„Ich muss zu Hause hocken, weil ich eine Zyste auf meinem Stimmband habe. Sprich, wir haben die Tour abgebrochen und ich darf eigentlich gar nicht reden, aber für dich mache ich eine Ausnahme.“, grinste er frech. „Und du?“

„Ich mache eine Ausbildung zur Fotografin. Naher habe ich ein Fotoshooting mit den Toten Hosen. Es macht total Spaß.“, erwiderte sie.

„Na, das ist doch mal was.“, er grinste wieder.

Ihr war nicht aufgefallen, wie Bill immer näher gerutscht war und letzten Endes ihre Lippen sich nur noch um eine Handbreite auseinander befanden.

„Weißt du, Mali… Ich habe nie aufgehört dich zu lieben…“, er wollte sie grade küssen, doch Malika, deren Gedanken, bei ihrem Freund Finn waren, rutschte demonstrativ etwas von Bill weg.

„Was ist denn? Warum gehst du weg von mir?“, fragte er sie.

„Ich bin mit Finn zusammen. Ich liebe ihn.“, erwiderte sie.

„Ah komm schon, als du mit Tom zusammen warst, hat es dich auch nicht gestört mit mir zu ficken, warum denn dann jetzt?“, fragte er und schaute sie lüstern an.

„Weil ich ihn liebe.“, sagte sie kalt.

„Das hast du damals zu Tom und mir aber auch gesagt. Du hast uns gegenseitig betrogen, Tom mit mir und mich mit diesem… wie hieß er noch gleich… Marvin?“, er rutschte wieder näher an sie, und sie rutschte wieder von ihm weg.

„Marlon hieß er.“, hauchte sie.

„Warum rutscht du immer wieder weg von mir? Ich will doch nur Sex…“, er schaute sie fixierend an…

 

Chapter Four:

 

„Sag’ mal spinnst du jetzt vollkommen?“, schrie Mali ihm aufgebracht ins Gesicht und stand auf. „Nein, ich…es tut mir leid…, aber ich habe doch Recht. Und…ich habe den Sex mit dir damals geliebt. Und mir was gleich, genauso wir es dir gleich war, dass du mit Tom zusammen warst. Nun stell’ dich doch nicht so an…“, feixte er wieder und stand ebenfalls auf.

„Bill, hau’ bloß ab, du Arsch! Echt, so was Arrogantes wie dich habe ich mal gefickt?“, schrie sie ihm entgegen und rannte fluchtartig, ehe noch mehr passieren konnte, aus seinem Zimmer. Was war bloß mit ihm los? Dass irgendwas nicht stimmte, hatte sie sofort gemerkt. Und was nun?

„Tom?“, fragte sie, als sie vor seiner Zimmertür stand. „Der macht nicht auf…!“ Mali fuhr herum und schaute in das Gesicht des Drummers von Tokio Hotel – Gustav.

„He…“, sagte sie leise und da checkte er auch, wen er da vor sich stehen hatte. Sein Blick wechselte etwas. Er wusste nicht ganz, wie er auf Malika reagieren sollte. „Was ist?“, fragte sie schließlich. „Nichts, ist schon okay. Sorry, aber ich habe dich eben für ein anderes Mädchen gehalten. Na ja, vielleicht macht er dir ja auf…“ „Dass möcht’ hoffen, schließlich bin ich extra wegen ihm hier und habe eine kleine Meinungsverschiedenheit mit meinem Freund!“ „Aha, und wie lange seid ihr schon zusammen?“ „Seit einem halben Jahr etwa. Und ich liebe ihn…, dass…das mit den Zwillingen…ich…ich will das nicht mehr. Eigentlich wollte ich Tom und Bill nie wieder sehen, da hat sich Tom bei mir vor zwei Tagen gemeldet.

Na ja, und ich habe, so blöd wie ich war, nachgegeben…“ „Na, dass er sich hier so verbarrikadiert, kannst du ja nicht wissen, aber vielleicht kommst du mehr an ihn heran…“ „Ja, na ja, ich werd’s versuchen…“, sagte sie und in diesem Moment ging die Tür vor ihrer Nase auf. Gustav ergriff die Flucht und verschwand. Nun standen sie und Tom alleine in dem kleinen Flur. „Was ist?“ „Man, Tom, ich bin extra wegen dir hier. Um dir das zu erklären. Und nun sehe ich, was hier eigentlich abgeht!“ „Ja, toll…, na ja, wenn du willst…kannst…kannst du reinkommen…ich-ich hab’ dir auch einiges zu erklären…“, sagte er und trat zur Seite, um sie rein zulassen.

„Tom…“, fing sie an, „was hast du mir zu erzählen?“ „Ich…seitdem das mit uns war…, na ja, jedes Mal, wenn ich ein Mädchen angefasst habe…da…musste ich an dich denken, habe abrupt abgebrochen und…und…geweint…ich…Mali, ich liebe dich noch immer!“

Nein. Wie eine Wand trafen sie die Worte. Als sie sie aufgenommen hatte, verstanden hatte, schaute sie ihn an. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“ „Doch, Mali, es ist so. Ich liebe dich immer noch. Ich habe nie aufgehört an dich zu denken, dich zu lieben, mich nach dir zu sehen…und…und ich hoffe immer noch darauf, dass…das wir wieder zusammen kommen…“ „Tut mir leid, dass ich dich da enttäuschen muss, aber ich bin verdammt glücklich mit Finn. Seit einem halben Jahr sind wir nun schon zusammen und ich will ihn nicht verlieren…ich liebe ihn und ich kann unsere Beziehung nicht so leichtfertig aufs Spiel setzen. Und in diesem halben Jahr habe auch ich viel nachgedacht und mich verändert. Geändert. Ich bin nicht mehr so wie damals. So wie bevor ich dich kennen gelernt habe, so wie ich war, als wir zusammen waren. Ich bin nicht mehr so. Und ich möchte es auch nie wieder so sein. Das kann ich Finn nicht antun. Und mir auch nicht!“, erklärte sie eisern und hoffte, dass die Worte auf fruchtigen Boden fielen. „Ich…, nein Mali, das kannst du mir nicht antun. Nicht, nachdem was passiert ist!“ „Aber…, glaubst du etwas, dass ich wieder zu dir angekrochen komme, wo du wieder hier bist und du mich angerufen hast? Du spinnst. Genauso wie Bill. Wobei dein Bruder ein arrogantes und sexgeiles Arschloch ist!“ „Wie? Wie kannst du’s wagen so über ihn zu reden?“ „Tom, wenn ich es nicht wüsste, würde ich nicht so über Bill sprechen, aber ich habe es gerade eben am eigenen Leib erfahren!“ „Toll…, wir reden nicht mehr miteinander. Ich hasse ihn dafür.“ „Aber, wie kannst du ihm nicht verzeihen, aber mir?“, wollte Malika wissen. Dann setzte Tom zu sprechen an:

„Ich…, liebe dich. Und du bist mir verdammt wichtig!“ „Ach ja? Wie kann ich dir wichtiger sein, als dein eigener Zwillingsbruder? Ich versteh’ das nicht. Ihr wart vertrauter als wir beide.“ „Ja, aber…ich habe gemerkt, dass ich ihm nicht vertrauen kann…“ „Aber mir? Man, eigentlich müsstest du mich genauso hassen. Und wenn du mich immer noch liebst, dann…, wieso hasst du Bill dann so? Er war genauso schlimm wie ich. Immerhin wollte er-“ „Was wollte er?“, unterbrach Tom sie. „Immerhin hatte er diese Fickbeziehung gewollt“, fuhr Malika fort. „Wie? Er wollte?“ „Ja, ich auch, und…und dann habe ich Marlon getroffen. Ich hab’ aus Verzweiflung mit ihm geschlafen. Hatte gehofft, dass ich irgendwie über euch hinweg komme. Doch dem war nicht so.“ „Aber…, ich verstehe das nicht. Wieso wollte Bill?“ „Ich weiß es nicht. Aber er war derjenige, der mich quasi in seine Arme getrieben hat. Und es hat bei Gott nichts damit zutun, wer besser im Bett ist. Ich will diese ganze Sache eigentlich nur noch vergessen. Nie wieder daran denken. Ich hatte gehofft, mit Finn meiner großen Liebe begegnet zu sein. Und mit ihm will ich glücklich werden. Mit niemandem sonst!“ „Ja…, ich…ich kann’s natürlich nachvollziehen. Aber…, ich…man, Mali, ich kann nicht mehr ohne dich!“ „Tom, ich glaube es ist besser, wenn ich jetzt gehe…“, sagte sie und stand auf. Schaute Tom noch einmal an und hoffte, dass sie sein Zimmer nie mehr betreten würde.

Nie wieder…

Malika machte sich direkt auf den Weg zu Finn. Sie brauchte ihn jetzt. Irgendwie hatte sie das starke Verlangen, ihm zu zeigen, wie sehr sie ihn liebte.

„Schatz…?“, fragend ging sie in sein Zimmer. Wie meistens saß Finn vor seinem Laptop und arbeitete an irgendwelchen Programmen. „He…, alles okay?“, fragte er sie lieb und empfing seine Freundin mit einem warmen Lächeln.

„Ich…, ja, na ja, nicht alles ist okay…“, sagte sie und setzte sich zu ihm auf den Schoß. Sofort legte er sanft seine Hände um ihre Hüfte. „Was hat er denn gesagt?“, wollte ihr Freund wissen. „Na ja, ich…ich…er hat gesagt, dass er mich immer noch lieben würde…und…mir tut’s einfach nur leid…weil…ich habe einen so tiefen Keil zwischen die beiden getrieben…“ „Aber…, dafür kannst du doch nichts. Und außerdem, wenn er dich liebt…, dann…dann sollte er akzeptieren, das wir beide zusammen sind. Dir dein Glück gönnen!“ „Ja, dass hoffe ich, das er das auch macht. Und ich bin glücklich mit dir und nicht mit ihm. Ich liebe dich, Finn. Bitte vergiss’ das niemals…“ „Wie könnte ich?“, fragte er hauchend und zog sie an sich heran. Ihre Lippen berührten sich und ein sanftes Spiel mit ihren Zungen begann. Sie schmiegte sich eng an ihren Freund und genoss einfach nur die Nähe, die sie gerade bekam. Sie liebte ihn. Mehr als ihr Leben.

 

Chapter Five:

 

Seine Hand verschwand unter ihrem T-Shirt. Sie war warm und weich. Sie begann sanft ihren Bauch zu streicheln. Sie genoss es.

Doch plötzlich fiel ihr ein, dass sie einen Termin für ein Fotoshooting hatte.

Malika sprang auf und erklärte schnell ihr abruptes Handeln; „Schatz, ich hab noch ein Shoot mit den Toten Hosen, tut mir leid. Das hab ich doch ernsthaft voll vergessen. Darf ich dein Auto nehmen?“, fragte sie schnell, da sie einen Blick auf die Uhr, die an der Wand hin geworfen hatte. Sie hatte noch genau eine Stunde, bis sie im Studio sein müsste.

Sie würde es einfach nicht schaffen, wenn sie mit der Bahn fahren würde.

„Ja, ja nimm das Auto. Hier.“, er warf ihr die Schlüssel zu und grinste sie schief an
„Danke Schatz.“, sagte sie und gab ihm im gehen einen kurzen Kuss.

„Kein Problem. Ich liebe dich.“, rief er noch und wandte sich dann wieder seinem Laptop zu.

Mali war bald schon bei sich zu Hause um ihr Equipment zu holen und machte sich dann auf den Weg ins Studio.

Als sie dort ankam, war die Band noch nicht da, also konnte sie in Ruhe ihr Equipment aufbauen und noch eine Tasse Kaffee trinken.

Als sie dort saß und ihren Kaffee trank, dachte sie über das Treffen mit Bill und Tom am Mittag nach. Es war merkwürdig gewesen. Bill hatte Sex gewollt, obwohl er wusste, dass Mali mit Finn zusammen war. Bill hatte sich sehr verändert und Tom. Von dem wollte sie gar nicht anfangen. Sie hatte einen tiefen Keil zwischen die Zwillinge getrieben, was ihr natürlich sehr Leid tat und doch war es nicht ihre alleinige Schuld.

Schließlich wollte Bill es auch. Ja Bill hatte sie förmlich dazu angestiftet. Malika wollte ihm nicht die Schuld in die Schuhe schieben, doch er war eigentlich schuld daran, dass es mehr geworden ist, als nur das eine Mal. Er wollte eine Fickbeziehung und Bill konnte man einfach keinen Wunsch abschlagen. Warum hatte sie es heute dann geschafft und nicht mit ihm geschlafen? Weil sie Finn liebte? Ja, das würde wohl der Grund gewesen sein, als sie mit Tom zusammen war, hatte sie es sich zwar nicht eingebildet und doch war es anders gewesen. Tom war ihre erste richtige Beziehung gewesen, in der es nicht nur um Sex ging.

Sie dachte tatsächlich, dass sie den Jungen lieben würde und doch hatte sie ihn betrogen, mit seinem eigenen Bruder.

„Fräulein Krause, die Band ist da.“, sprach die Praktikantin ihres Chefs sie an.

„Ich danke ihnen, Marie.“, erwiderte Mali und machte sich auf den Weg um die Hosen zu begrüßen.

Im gehen warf sie noch einen kurzen Blick in den Wandspiegel und stellte zufrieden fest, dass sie noch total in Ordnung aussah.

Sie ging in den Aufenthaltsraum und schaute sich um. Die Jungs saßen auf der Couch und führten eine Diskussion mit ihrem Manager.

Malika ging auf die fünf zu und setzte ein freundliches Lächeln auf; „Guten Tag, mein Name ist Malika Krause und ich werde heute die Fotografin des Shootings sein.“

Campino schaute als erstes auf.

„Hey, ich bin Campino, aber nenn’ mich doch bitte Andreas.“, er schaute sie lächelnd an und schüttelte kurz ihre Hand. Auch die anderen begrüßten Malika sehr freundlich.

„Wollen wir anfangen, oder wollen Sie noch einen Kaffee? Tee? Sonst etwas?“, fragte Malika höflich.

Alle waren sie sich einig; „Nein, danke.“

Andreas ergriff das Wort; „Und Sie sollten uns duzen.“

Malika grinste in sich hinein.

„Dann lasst uns anfangen. Ich bin Mali.“, erwiderte sie und die Jungs nickten.

„Fangen wir mit der ganzen Band an.“, sagte Mali und fing an ihre Kamera richtig zu postieren. Sie legte schnell einen neuen Film ein und schoss die ersten Fotos.

Malika machte noch einzeln Fotos von den Bandmitgliedern und schließlich waren sie nach zweieinhalb Stunden fertig.

„Kann ich noch etwas für euch tun?“, fragte Mali.

„Boah, ja. Habt ihr Kaffee?“, fragte Andreas alias Campino.

Malika nickte und machte Kaffee für alle. Marie war bereits gegangen, da es doch schon ziemlich spät war.

Sie tranken alle gemeinsam einen Kaffee und erzählten ein bisschen aus ihrem Leben.

Sie erfuhr, dass die Toten Hosen schon sehr lange Musik machten und viele andere grundlegende Dinge, denn sie hatte sich nie mit der Band beschäftigt.

„Wie alt bist du eigentlich?“, fragte Campino irgendwann.

„Ich werde nächsten Monat neunzehn.“, grinste sie.

„So jung und schon so einen tollen Job.“, grinste er.

„Nun ja, ich habe noch vor nicht so langer Zeit im Abiturstreß geschwebt. Das war absolut schrecklich, denn es kamen noch ganz viele persönliche Probleme dazu und, und, und…“, sie lächelte.

„Warte, warte… Ich habe dich hundertprozentig schon mal irgendwo gesehen. Ich könnte schwören, dass es in der Bildzeitung im Zusammenhang mit Tokio Hotel war.“, murmelte Campino.

„Wie bitte?“, fragte Malika nach, da sie nur das Wort ‚Bildzeitung’ und ‚Tokio Hotel’ verstanden hatte.

„Ich sagte, dass ich dich schon mal in einer Zeitung gesehen habe… Ich glaube es war die ‚Bild‘. War irgendwas mit Tokio Hotel“, wiederholte er.

Malikas Wangen färbten sich leicht rötlich.

„Ja, jetzt hab ich’s. Du warst doch die, die mit diesem Hopper zusammen war und ihn dann mit seinem Bruder betrogen hatte?“, fragte er.

Malika schwieg.

„Ich… die Bildzeitung? Oh Scheiße…“, und wenn man gerade vom Teufel sprach, begann ihr Handy zu düdeln. ‚Unbekannter Teilnehmer’…

 

 

Chapter Six:

 

„Ja?“, ging Mali schließlich an ihr Handy um den Klingelton zu unterbrechen. „He, ich bin’s Tom…, können wir vielleicht kurz reden?“ „Oh, ja, das sollten wir. Aber nicht jetzt. Ich ruf’ dich an!“, zischte sie ihm entgegen und legte auf. Gespannt sah sie auf die Gesichter der Bandmitglieder. Sie waren zum Aufbruch bereit und Campino schenkte ihr ein Lächeln – zur Aufmunterung? – ehe er aus der Tür ging.

Mali sackte beinah in sich zusammen. Die „Bild“ wusste davon. Woher bloß?

Sie konnte sich wahrlich an nichts erinnern, sie und Tom oder sie und Bill irgendwo draußen in der Öffentlichkeit ihre Beziehung preisgegeben hätten.

Bei Tom war sie sich nicht sicher. Gab es ein Interview? Doch. Malika erinnerte sich an ein Interview mit einer Jugendzeitschrift. Doch aber nicht mit der „Bild“. Unmöglich. Das konnte nicht sein.

Malika nahm ihr Handy und suchte nach der Nummer von Tom. Aufgeregt saß sie da und wartete, bis er abhob, denn es klingelte.

„Ja?“, ging er ran. „He…, tut mir leid, wenn ich dich eben so abgewimmelt habe, aber ich hatte noch zutun. Aber nun mal zu uns, wie kann es sein, dass mich jemand auf ein Interview, auf eine Berichterstattung in der ‚Bild‘ anspricht und über die Beziehung zwischen dir und mir, sowie die Sache mit Bill Bescheid weiß?“, fuhr sie ihn gleich an. „Ich…, wie bitte? Die ‚Bild‘?“ „Ja, genau. Die ‚Bild‘“, sagte sie und wartete auf eine Erklärung.

„Ich weiß davon nichts. Ich kann dir versichern, dass ich nichts gesagt habe und schon gar nicht der ‚Bild‘“, widersprach er weiterhin. „Hm…, nur wie kann mich da jemand darauf ansprechen? Hat Bill vielleicht was damit zutun? Solange kann’s auch noch gar nicht her sein…“, meinte sie weiter. „Ja, na ja, ich kann versuchen mit ihm zu reden…“ „Toll. Ich glaube das mache besser ich. Aber was wolltest du eigentlich?“, fragte Malika und erhoffte sich außerdem noch ein Themawechsel. „Mali…, ich…ich wollte mich bei dir entschuldigen…wegen Bill…was ich…was ich gesagt habe…und…und dich bitten, dass…ob wir wenigstens Freunde bleiben können…?!“ Tom sprach eher fragend und wartete auf eine Reaktion seitens Malika. „Hm…, ich weiß nicht. Aber gut, wenn dir soviel daran liegt…“, meinte sie nur und hoffte von Bill mehr erfahren zu können. Wegen dem Artikel in der „Bild“.

„Okay…, das finde ich echt toll…, na ja, vielleicht reden wir später nochmal. Ich muss…tut mir leid, bis dann…“, sagte er noch schnell und dann vernahm Mali nur das Tuten der beendeten Verbindung in ihrem Ohr. Sie legte ebenfalls auf, wählte dann aber die Nummer von Bill.

„Ja?“, ging Bill an sein Handy. „Ich bin’s, Mali!“, fuhr sie ihn gereizt an. Er war der Einzige, der diesen Bockmist veranstaltet haben musste.

„Was gibt’s denn? Vielleich doch Lust bekommen?“ „Bill, halt’s Maul. Wegen dem würde ich sicher nicht bei dir anrufen!“, zischte sie. „Hm…, na ja, weswegen rufst du denn an?“, fragte er sie in einem wesentlich freundlicherem Ton. „Ich will wissen, warum du das getan hast!“ „Was getan? Mali, ich weiß nicht wovon du redest!“ „Wie kann es sein, dass mich eine Band anspricht, auf dich und einen Artikel in der ‚Bild’?“, erklärte Mali in einem abfälligen Ton. „Wie jetzt? Ein Bericht in der ‚Bild‘? Seit wann das denn?“ „Man, nun hör’ auf den Unschuldigen zu spielen. Weswegen sollte mich jemand darauf ansprechen, dass die ‚Bild‘ schreibt, dass ich etwas mit Tom hatte und ihn mit dir betrogen habe?“ Es fiel Mali nicht leicht, diese Worte auszusprechen. Doch es ging wohl nicht anders. Er schien es nicht anders zu verstehen.

„Mali…, ich weiß wirklich nicht wovon du redest…“ „Wer aber sonst, hätte allen Grund dazu, zu dieser scheiß Zeitung zu rennen und ihnen das zu erzählen?“, fragte sie ihn aufgebracht. „Man, weiß ich doch nicht. Ich war’s nicht. Definitiv nicht!“, beharrte er weiter auf seinem Standpunkt.

„Na, schön. Und wer war’s dann? Mit Tom habe ich gesprochen. Und ihm würde ich das auch nicht zutrauen. Aber dir!“, fuhr sie ihn wieder an.

„Mir? Na, klar. Wem auch sonst!“, entgegnete er etwas pampig.

„Woher soll ich denn das wissen. Schließlich schiebst du hier doch den meisten Hass…“ „Ach ja, und Tom nicht oder was? Mali, wir beide haben uns zerstritten, wie beide kommen nicht mehr miteinander klar, seitdem du diese Scheiße damals abgezogen hast!“ „Bill, nun mach’ mal Halblang. Schieb mir jetzt nicht die ganze Schuld zu. Du warst derjenige, der die Fickbeziehung wollte. Nicht ich. Und ich habe mich darauf eingelassen. Aus Gründen, die damals wohl kaum an dir lagen.“, versuchte sie sich weiter zu verteidigen. Doch sie wusste, dass sie es damals einfach nur geil fand. Ihn. Warum auch immer. Und da war ihr alles Restliche egal. Tom. Bill. Schließlich auch ihre Gefühle. Und beinah hätte sie auch die Freundschaft mit Finn aufs Spiel gesetzt.

Dabei fiel ihr ein, dass sie noch zu ihm wollte.

„Bill, ganz gleich wer es war, geh’ du da gefälligst hin und sag’ das dieser ganze scheiß Mist nur erstunken und erlogen ist!“, schrie sie ihn an. So ganz ungefährlich war es freilich nicht. Schließlich stand auch ihr Job auf dem Spiel. Denn wenn Geschichten über Fotographen, die in diesen Szenen arbeiteten, gerieten oft in Bedrängnis. Und das war das Mindeste, was sie in diesem Moment noch gebrauchen konnte.

„Ja, okay, ich versprech’s dir!“, meinte Bill und dann legte sie auch schon auf. Wieso noch weiter mit ihm reden, wenn es nichts mehr zu reden gab?

Mali machte sich nach getaner Arbeit wieder auf den Weg zu Finn. Das ganze Equipment ließ sie im Auto und stellte es zur Sicherheit in der Garage ab. Schnell huschte sie in sein Zimmer und fiel ihm in die Arme. Sie hatte ihn nicht nur vermisst, nein, in letzte Zeit – besonders wo Bill und Tom auf der Bildfläche wiedererschienen waren – hatte sie das Bedürfnis ihm zu zeigen, wie sehr sie ihn liebte.

 

Chapter Seven:

 

„Süße.“, sagte er und bedeutete ihr sich aufs Bett zu setzten.

Er selbst lies sich neben Mali fallen und fing an über ihren Bauch zu streicheln.

Beide ließen sich nach hinten fallen und lagen nun auf Finns großem, weichem Bett.

Er strich ihr immer wieder sanft über die Wange und strich ihre Haare aus dem Gesicht.

Sein Kopf bewegte sich langsam auf den ihren zu und seine unendlich weichen Lippen trafen die ihren. Sie pressten ihre Lippen sanft aufeinander und bald begann seine Zunge um Einlass zu betteln, den sie auch kurze Zeit später bekam.

Sie trieben das Spiel weiter. Malika liebte es mit Finn zusammen zu sein. Ihre Zeit mit ihm zu verbringen. Sie liebte ihn einfach über alles und nichts in der Welt konnte sie davon abbringen. Niemand würde sie dazu überreden können, mit jemandem anders zu schlafen. Niemand. Langsam wanderte seine rechte Hand unter ihr Hemd, welches er kurz darauf aufknöpfte. Nun lag sie mit offenem Hemd halb unter ihm und ihr schwarzer Spitzen BH blitze leicht hervor. Er strich ihr sanft von ihrem Dekolleté bis zu ihrem Bauchnabel. Es erregte beide sehr. Es war einfach absolut schön mit jemandem zu schlafen den man liebte.

Er fing an ihren Hals zu küssen. Sie stöhnte wohlig auf. Malika liebte es am Hals geküsst zu werden. Finn ging weiter runter zu ihrem Dekolleté und küsste ihren Busen.

Mit einem flinken Handgriff war auch Malikas BH offen und Finns Zunge wanderte weiter in Richtung Bauchnabel.

Sanft zog sie ihn wieder zu sich hoch, um ihn zu küssen. Mali bedeutete ihm, dass er seine Arme in die Luft strecken sollte, damit sie ihm das T-Shirt ausziehen könne.

Er tat wie befohlen und sie zog das Shirt vorsichtig aus, sie strich sanft mit ihren langen Nägeln über seine Brust und ging auf seinen Bauch über.

Sogar bei der kleinsten Berührung von Finn, wand Mali sich unter dem Kribbeln vor Lust.

Sie begann ihn wieder zu küssen und er presste seinen Körper an ihren. Sie waren sich nah.

Malika übernahm das Kommando und begann Finn am Hals zu küssen, er liebte das genauso sehr wie sie. Sie ging weiter hinab in Richtung Hose und öffnete diese mit ihren Zähnen zog sanft am Reisverschluss, bis dieser offen stand. Es zeigte sich schon eine deutliche Wölbung an Finns Boxershorts. Malika küsste den Bund seiner Boxershorts entlang und ging wieder sanft hoch, sie ließ ihre Zunge in seinem Bauchnabel versinken, woraufhin sie ein Stöhnen von ihm hörte.

Sanft fuhr sie mit der Zunge seinen Oberkörper entlang und hinterließ eine heiß brennende Spur auf Finns Körper. Sie setzte sich auf ihn und er fing an sich zu bewegen. Finn rieb sich an ihn. Diese Berührungen machten sie unglaublich heiß.

Ihr Hemd fiel ihr langsam von den Schultern, doch es interessierte sie nicht im Geringsten. Plötzlich setzte Finn sich auf und drückte seine Lippen an ihre.

„Mali, ich liebe dich.“, hauchte er in ihr Ohr, woraufhin sie Gänsehaut bekam.

„Ich… ich dich auch, Finn.“, erwiderte sie und musste schwer schlucken, denn Finns Hand hatte nach ihrem Busen gegriffen und fing an ihn zu massieren.

Bald lag Malika in die weichen Kissen gedrückt auf dem Bett. Finn zog ihr die Hose aus und nur noch ein dünnes Stück Stoff trennte sie voreinander.

Finns Hand schob sich in Malikas Tanga und begann sich gekonnt zu bewegen, bis Mali ihn stoppte.

„Hör auf Schatz, sonst komme ich gleich.“, stöhnte sie auf und zog seine Hand aus ihrem Tanga. Finn nickte und grinste sie leicht an.

Bald waren auch ihr Tanga und seine Boxershorts weg und Finn platzierte sich über Malika.

Als Finn sanft in Mali eindrang, mussten beide stöhnen und küssten sich augenblicklich.

Er fing an sich langsam zu bewegen, wurde immer schneller und schneller.

Mali stöhnte seinen Namen und er den ihren.

Sein ganzer Körper kribbelte. Er liebte die Frau, die unter ihm lag und sie liebte ihn.

Vor ein paar Monaten hätte er sich nie im Leben vorstellen können, dass es soweit kommen würde. Malika war damals noch mit Tom zusammen und Finn war eifersüchtig, denn er hatte sich schon damals in sie verliebt.

Malikas Nackenhärchen stellten sich langsam auf und eine Gänsehaut überzog ihren gesamten Körper. Sie spürte es, sie würde bald kommen. Sie stöhnten sich immer wieder entgegen, bis letzten Endes beide fast gleichzeitig kamen.

Finn zog sich nach einer Weile aus Mali heraus und sie ließ ihren Kopf auf seinen Brustkorb sinken. Hörte seinem Herzschlag zu, wie schnell sein Herz pochte.

Er begann ihr sanft durch die Haare zu streicheln und sie seufzte; „Es war schön, mein Schatz.“

„Das ist es doch immer.“, erwiderte er und grinste. Sie lagen lange da und sagten nichts, genossen nur die Anwesendheit des jeweils anderen, bis Finn plötzlich fragte; „Wie war das Shooting?“ „Ganz okay. Die Jungs sind echt total nett. Weißt du was…?“, fragte Mali.

„Nein, erzähl.“, grinste er.

„Campino hat mich auf einen Artikel in der Bild-Zeitung angesprochen…“, erzählte sie und regte sich innerlich wieder über Bill auf.

„Was für einen Artikel?“, fragte Finn sicherheitshalber nach, da er nicht genau wusste, was seine Freundin meinte.

„Na ja, es gab scheinbar einen Artikel in der ‚Bild’, in dem es um die Beziehung von Tom und mir ging und das, was damals mit Bill war…“, sie schaute zu ihm auf. Sie regte sich auf, über die Person, die das preisgegeben hatte.

„Wie bitte?“, fragte Finn ungläubig…

 

Chapter eight:

 

„Ich habe den Artikel nicht gelesen…, ich habe nur erfahren, dass irgendetwas von mir und Tom sowie auch Bill in der ‚Bild‘ stand…“, erklärte sie und sah ihren Freund an. Das was eben zwischen ihnen passiert war, war einfach nur wunderschön gewesen. Mali hatte es mehr als nur genossen und nie konnte sie sich vorstellen, mit je mit einem anderen Jungen zu schlafen.

„Was? Das ist nicht dein Ernst…, warte!“, befahl er Mali und ging aus seinem Zimmer. Malika wusste nicht, was er vorhatte, doch als er einige Minuten später mit einer Zeitung zurück kam, sank ihr Herz augenblicklich in die Hose.

„Woher hast du die?“, fragte sie sofort und sah ihn gespannt an. „Meine Ma hat sie gekauft. Wegen dem Stellenmarkt!“, erklärte Finn und kam zu ihr zurück aufs Bett.

„Finn…, Schatz, man, nun hör’ auf damit. Das ist endgültig Vergangenheit…, das eben, war das nicht Beweis genug?“, fragte sie ihn. Die Verzweiflung in ihr schien sich bis ins unermessliche auszubreiten. Was hatte sie damals nur getan? Wie konnte sie nur leichtfertig sein?

Man, wieso fiel ihr das immer wieder auf die Füße? Sie war doch glücklich mit Finn. Wollte ihn, konnte ihn einfach nicht verlieren. Nein, ein Leben ohne Finn war für Malika unvorstellbar geworden.

Sie liebte ihn. Und sie wusste, dass er sie liebte. Sie konnte kaum ohne ihn sein. Sie vermisste ihn doch schon immer auf Arbeit und das obwohl sie schon seit einem halbem Jahr zusammen waren. Jedes Mal kam in ihr die Lust auf, wenn sie sich küssten. Wenn sie dazu noch alleine waren. Wie eben. Sie brannte förmlich unter seinen Berührungen.

Wie konnte sie je ohne das sein? Nein, gar nicht. Es ging einfach nicht.

Finn las die ganze Zeit, in der sie ihren Gedanken nachhing, den Artikel in der Zeitung. „Bitte, Mali, sag’ dass das nicht wahr ist…“, sagte er traurig und schaute zu ihr auf. „Wie? Was steht in diesem Scheiß-Ding denn drin?“, fluchte sie und nahm ihm die Zeitung aus der Hand. Sie las die ersten Zeilen des langen Berichts in der sie über die beiden nur so herzogen. Sie zogen vor allem Mali in den Dreck, auch Bill und Tom bekamen ihr Fett weg.

„Finn…, das ist lange her…, dass weißt du doch. Und ich liebe dich, verdammt, nur dich!“, sagte sie mit Nachdruck in der Stimme. „Man, wie kann ich dir vertrauen…, wenn…du…ich weiß wie du früher warst und…das hier-“ Finn stockte. Nein. Das war nicht sein Ernst. „Mali, es tut mir leid. Aber ich…ich weiß nicht, ich…, das Vertrauen…“ Ungläubig sah sie ihren Freund an. „Was heißt das, Finn?“, wollte sie wissen und sah ihn fragend an. „Ich glaube es ist besser, wenn wir eine Pause…, ich…es tut mir leid…“ „Wie jetzt? Das ist nicht dein Ernst, oder? Wie kannst du mir das antun?“, fragte sie schon beinah hysterisch. Nein. Nicht Finn. Das konnte er ihr jetzt doch nicht antun. Augenblicklich füllten sich ihre Augen mit Tränen. Nasses auf ihrer Haut. Sie ignorierte es. Sie hatte ihn nicht verloren, oder? Nicht wegen diesem Bericht, der teilweise am Krankenhaus spielte, wo sie Tom besucht hatten und andererseits wo sie mit Tom an der Alster unterwegs war.

„Nein…“ „Doch Mali, ich…kann das nicht!“, sagte er und wandte seinen Blick von ihr. „Es tut mir leid, aber ich weiß nicht, wie ich dir da noch vertrauen kann…“ „Aber.., das ist doch schon ewig her…und…und…, nein. Bitte lass das nicht wahr sein!“, sagte sie. Stand auf. Schaute ihren Freund an. War er noch ihr Freund? Sie konnte nicht begreifen, dass es aus war. Der Gedanke war einfach zu absurd.

„Doch, Mali. Ich kann das so nicht. Wie soll ich dir vertrauen? Ich liebe dich, aber so kann ich nicht mit dir zusammen sein…“ „Finn, das ist nicht dein Ernst. Ich liebe dich, verdammt! Nur dich! Und niemand anderen. Keinen. Nur dich. Und der Artikel, der ist doch schon ewig her…“ „Nein, von letzter Woche…“, widersprach er ihr. „Aber…, du weißt ganz genau, dass das was da drin steht, nicht erst von letzter Woche ist! Finn…, bitte. Was war das eben? Ich fühl’ mich echt verarscht…“, rutschte es ihr heraus und im nächsten Moment tat es ihr auch schon mehr als leid.

„Finn, nein, es tut mir leid. Ich fühl’ mich bestimmt nicht von dir verarscht…, aber eben. Was war das?“ „Sex, Mali, dass war Sex!“ „Schön. Und der hat dir nichts bedeutet, oder was?“ „Doch natürlich. Aber ich weiß nicht, was er dir bedeutet hat…, bitte geh’…, bitte…“

„Aber-“ „Kein aber, Mali…“

Wie konnte er ihr das nur antun? Mit Tränen in den Augen ging sie nach Hause. Sie hatte Mühe den Weg vor sich zu erkennen. Immer wieder verschwamm er in einem dichten Tränenschleier. Wie konnte er ihr das nur antun?

„I’m a barbie girl…, in a barbie world…“, klingelte ihr Handy los und schnell nahm sie ab. Mal wieder Unbekannter Teilnehmer.

Wer um alles in der Welt rief jetzt an? Sie hoffte, dass es Finn sein würde.

„He, Mali, wie geht’s?“ Diese Frage trieb ihr wieder Tränen in die Augen.

Nein.

Nicht Tom.

„Was ist denn los, Süße? Warum weinst du?“ „Man, Tom, du Arsch. Wegen diesem verfuckten Artikel hat Finn eben mit mir Schluss gemacht. Man, wie ich euch dafür hasse. Ich…ich habe Finn verloren. Man, ich weiß nicht was ich tun soll. Ich kann ohne ihn nicht mehr. Nicht ohne Finn. Nein. Und nur ihr seid daran Schuld!“, schrie sie ihn an, um ihrer Wut Luft zu machen. „He, he, he, nun schieb’ uns hier mal nicht die Schuld zu. Was können Bill und ich dafür, dass die ‚Bild‘ einen Artikel schreibt? Vielleicht solltest du die anrufen und denen sagen, wie scheiße das ist! Aber schieb’ nicht uns die Schuld zu!“, versuchte er sich zu verteidigen.

„Ohne euch wäre das alles gar nicht passiert!“, beharrte sie weiter darauf. „Oh, man, ich glaube wir sollten miteinander reden, kommst du her? Bitte…“, bat er sie lieb und Mali machte sich etwas unfreiwillig sofort auf den Weg zu Tom und Bill. Eigentlich wusste sie gar nicht, warum sie hinging, doch vielleicht konnte sie Bill auch nochmal anschreien und somit wieder ihrem Ärger und ihrer Traurigkeit und Angst Luft machen.

Dazu war Bill alle mal gut!

 

Chapter nine:

 

Als sie an der Wohnungstür stand, öffnete ihr Tom sogleich und schloss sie in seine Arme.

„Süße, was ist los? Warum hat er Schluss gemacht? Ich verstehe das einfach nicht…“, flüsterte er und strich ihr beruhigend über den Rücken.

Nach einer Weile wies er sie an in sein Zimmer zugehen, denn nicht jeder müsse mitbekommen, dass Mali da war und dass es ihr scheiße ging.

„Ich… Es war wegen dem Artikel. Es tut so weh. Ich liebe ihn doch. Er sagt, dass er mir nicht mehr vertrauen kann, aber ich kann doch nicht ohne ihn.“, weinte Mali und schmiegte sich an Toms Schulter. Ihr Mascara war schon längst verschmiert, aber es war ihr egal. Es ging ihr scheiße und da war alles egal.

„Mali, kann ich etwas für dich tun?“, fragte Tom sie und schaute Mali fürsorglich an.

„Tom… Hast du Schokolade?“, fragte sie.

„Schokolade?“, fragte er ungläubig.

Sie nickte nur und er grinste sie schief an.

„Warte einen Moment… bin gleich wieder da.“, erwiderte er und verschwand für einen Moment. Malika lies sich auf Toms Bett fallen und vergrub ihr Gesicht in den Kissen. Sie rochen so gut nach ihm. Sie schenkten ihr im Augenblick die Geborgenheit, die sie brauchte.

Kurze Zeit darauf erschien Tom wieder in seinem Zimmer und schaute sie leicht perplex an.

Hatte sie nicht eben noch auf seiner Couch gesessen? Was machte sie in seinem Bett und vor Allem, was machte sie mit seinem Kissen?

„Mali?“, fragte er unsicher.

„Hm?“, schreckte sie leicht auf.

Er hielt ihr zwei Tafeln ihrer Lieblingsschokolade hin.

„Danke Tom. Das brauche ich jetzt einfach.“, sie schaute ihm nicht in die Augen. Ihre Hand zitterte, als sie die Schokolade ergriff und auspackte.

Tom setzte sich neben sie und knetete nervös seine Hände.

„Oh man, ich halte das einfach nicht ohne ihn aus, Tom.“, heulte Malika auf und biss ein Stück der Schokolade ab. „Hast du Kippen?“, fragte sie direkt danach, da die Schokolade scheinbar nicht ihren Zweck erfüllte.

„Ich würde dir echt gerne helfen, Mali, aber… ich weiß nicht wie. Klar habe ich welche.“, erwiderte er, hielt ihr eine Schachtel hin, Mali nahm sich eine und er half ihr dabei sie anzuzünden, denn sie zitterte so stark, dass ihr das Feuerzeug aus der Hand fiel. Sie zog den Rauch unglaublich tief in ihre Lungen. Mali bewegte sie zu ihm und setzte sich letzen Endes neben ihn. Sie blies den leicht bläulichen Rauch wieder aus ihren Lungen. Es beruhigte sie unglaublich gut. Er legte seinen Arm um sie.

„Ich weiß es auch nicht… aber das schlimmste ist ja, dass er es wusste. Von Anfang an. Er wusste, dass ich mit dir zusammen war und mit Bill eine Fickbeziehung geführt hatte, trotz alldem ist er Heute so ausgetickt… Ich verstehe es nicht…Er hat mit mir Schluss gemacht… ich mein…“, sie vergrub ihr Gesicht in seiner Halsbeuge. Sie aschte in den Aschenbecher, den sie ihm mal zum Geburtstag geschenkt hatte ab und lehnte sich wieder zu ihm.

„Man Süße, das tut mir so leid.“, flüsterte er und strich ihr sanft ihre Tränen von den Wangen.
Er konnte es einfach nicht mit ansehen, wie sie weinte. Er liebte sie einfach immer noch zu sehr. Er schaute sie an und nahm ihr die Zigarette aus der Hand und drückte sie aus. Sie schaute zurück, in seine schönen braunen treuen Teddybär Knopfaugen. Mali spürte die Vertrautheit zwischen ihnen und plötzlich küsste er sie.

Er küsste sie so voller Leidenschaft und Pein, dass sie ihn am liebsten einfach nur aus Mitleid geknuddelt hätte. Er klammerte sich so stark an sie, dass es schien, als wäre er ausgehungert.

Sein Bauch fing an zu rebellieren und sein Verstand setzte aus.

Toms ganzer Körper kribbelte. Er hatte es so vermisst Mali einfach nur zu küssen. Sie lieben zu dürfen, ohne Konsequenzen. Ohne jegliche Störfaktoren. Sie lediglich spüren zu können.

Umarmen zu dürfen, ihren wunderbaren Duft einatmen zu können.

Es tat so gut und doch war es verboten.

Sanft strich sie ihm unter sein langes Shirt, sie ließen sich gemeinsam nach hinten fallen und liebkosten gegenseitig ihre Lippen.

Sie strich sanft mit ihren Nägeln den Ansatz seines Sixpacs nach und er stöhnte leicht auf.

Er fing an sie zu verwöhnen und hier und da seine Zunge ein zusetzten. Sie genoss seine Berührungen. Malika fühlte sich in alte Zeiten versetzt. An den Anfang ihrer Beziehung zu Tom. An die Zeit, in der noch alles in Ordnung war.

An genau die Zeit, in der es Bill für sie noch gar nicht gab. Sie hatte Tom geliebt. Sie hatte ihn abgöttisch geliebt. Es tat ihr unglaublich leid, was damals passiert war. Wäre dies nicht gewesen, dann wären sie und Tom wahrscheinlich noch immer zusammen.

Ihre Küsse wurden immer leidenschaftlicher und verlangender und Tom fing an Mali auszuziehen. Erst ihr Hemd, dann ihren BH, dann ihre Hose und letzten Endes ihren Tanga. Seine Hand verschwand zwischen ihren Beinen, wo sie sich gekonnte bewegte und Malika zum stöhnen brachte. Am liebsten wäre sie jetzt über Tom hergefallen und doch ließ sie ihn machen, denn schließlich wusste sie nicht wie weit er gehen wollte.

Mali stöhnte wieder, merkte, dass sie gleich zum Orgasmus kommen würde, und kam kurze Zeit später mit einem lauten; „Tooooom!“

Mali verschnaufte einen Moment und zog Tom wieder zu sich, küsste ihn, berührte ihn, bald war auch er nackt. Sie stütze sich auf seinem Bauch ab und fing an über sein Glied zu lecken.

Tom stöhnte auf. Sie saugte, küsste und schließlich umschloss sie es mit dem Mund und begann rhythmische Bewegungen zu machen. Leicht biss sie zu, was Tom dazu veranlagte wieder zu stöhnen. Lauter als sonst.

„Mali… Oh Gott… Ich halt das nicht mehr aus…“, stöhnte er rau.

„Was soll ich da jetzt gegen machen?“, fragte sie und schaute ihn frech an.

Finn war inzwischen völlig aus ihren Gedanken verbannt, im Moment zählte nur das hier und jetzt. „Weiß nicht.“, hauchte er und zog sie zu sich hinauf um sie küssen zu können.

Automatisch drang er in sie ein. Malika fing an sich zu bewegen. Stöhne lustvoll auf und spürte ihn tief in sich. Sie bewegte sich immer schneller und leidenschaftlicher. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Sie beobachtete Tom, wie er stöhnte, sich unter ihr wand und seine Hände sich im Bettlaken festkrallten.

Der Anblick, der sich ihr bot, veranlasste sie sich noch schneller zu bewegen, bis er sich schließlich mit einem lauten Stöhnen in ihr ergoss. Mali bewegte sich noch einen Moment weiter und kam dann selbst.

Malika rollte sich neben ihn und er zog sie an sich. Sie küssten sich.

„Ich liebe dich.“, hauchte er.

„Ich weiß.“, erwiderte sie.

Er fing wieder an sie zu küssen. Leidenschaftlich, verlangend. Drückte sich ganz nah an sie und Malika merkte, wie die Erregung sich in ihr und in ihm breitmachte.

Nach dem dritten Mal Sex mit Tom hatte Malika aufgehört zu zählen. Es war einfach wunderschön. Als Mali am nächsten Morgen erwachte, wusste sie erst gar nicht wo sie war, doch dann kamen die Erinnerungen wieder, an den Streit mit Finn, sowie auch an den Sex mit Tom. Langsam traten ihr die Tränen in die Augen…

 

Chapter ten:

 

Wie hatte sie das tun können? Wie? Was um alles in der Welt hatte sie dazu gebracht mit Tom zu schlafen?

Sie wusste keine Antwort auf diese Fragen, sondern stand nur wortlos auf, zog sich an und machte sich dann auf den Heimweg. Sie musste auf Arbeit. In die Redaktion, für die sie Fotografierte und für die sie arbeitete.

Den ganzen Weg lang nach Hause weinte sie. Wieder hatte sie Schwierigkeiten zu erkennen, wo sie lang lief, doch eigentlich kannte sie den Weg auswendig und wusste wo sie hin musste. Immer wieder wischte sie sich die Tränen aus den Augen und immer wieder bahnten sich neue an.

Was hatte sie nur gemacht?

Doch sie wusste, dass sie Finn nicht betrogen hatte, dennoch schien es ihr, als hätte sie es getan. Das schlechte Gewissen machte sich in ihr breit und schließlich kam sie heulend und völlig geschafft zu Hause an.

Mali ließ ihre Tasche achtlos in die Ecke fallen und machte sich nach oben. Zeit zum Duschen hatte sie noch und so stand sie einige Minuten später unter der Dusche.

Das heiße Wasser linderte ihren Schmerz nicht und auch nicht ihre Enttäuschung, ebenso wenig wie ihr schlechtes Gewissen.

Dennoch machte sie das Wasser nach etwa einer Viertelstunde aus und trocknete sich ab.

Nur mit einem Handtuch lief sie in ihr Zimmer und zog sich etwas an.

Der Blick auf die Uhr verriet ihr auch, dass sie nicht noch länger trödeln durfte, denn sonst würde sie zu spät kommen.

In ihrem Job machte das alles andere als einen guten Eindruck, wobei sie bisher immer pünktlich war.

Die Tränen fanden nach wie vor einen Weg nach draußen und so ließ sie es gleich ganz bleibe mit dem Schminken und machte sich so auf den Weg zur Arbeit.

Dort angekommen verlangte sie nach einem ganzen Berg Arbeit um sich irgendwie abzulenken.

Es gelang nicht so gut, aber dennoch bekam sie Bilder zu Gesicht, die irgendwie zu ihrer Stimmung passten. Schwarz. Grau. Dunkel.

Depri eben, wie sie fand. Doch immer wieder fanden ihre Gedanken einen Weg zu Finn. Wie sollte es weitergehen? Sie konnte sich noch immer nicht vorstellen, dass es aus zwischen ihnen war. Sie wollte es nicht wahrhaben, glauben.

Nein. Es ging einfach nicht. Wie auch? Sie liebte ihn.

Und dann die Sache mit Tom.

Der Sex.

Er war so unendlich geil. Malika fühlte sich in die Zeit zurückversetzt, in der sie mit ihm noch glücklich gewesen war. Unbeschwert ihr Leben mit ihm genießen konnte. Wobei sie dennoch von Anfang an gemerkt hatte, dass sie nicht immer das Wichtigste für ihn war. Doch sie hatte sich dem Gefügt und war dennoch glücklich.

Nach getaner Arbeit machte Mali sich wieder auf den Weg nach Hause. Es war völlig ungewohnt für sie. Nicht zu Finn. Nicht mal in seine Nähe zu können. Zu gehen.

Sie wusste, dass es ihm etwas ausmachen würde. Das er verletzt sein würde.

So ging das die nächsten drei Wochen. Immer versuchte sie sich mit arbeiten abzulenken. Immer wieder trieb sie es in die Dunkelkammer, sodass man ihre Tränen nicht sah.

Doch konnte das Ewig so weitergehen?

Mit Tom sprach sie ab und zu am Telefon, aber noch wollte sie kein weiteres Treffen. Das, was damals passiert war, saß ihr noch zu tief in den Knochen und auch das schlechte Gewissen plagte sie noch.

Wie fast jeden Morgen wachte Mali mit Tränen auf, oder musste gleich wieder weinen, denn der erste Gedanke am Morgen führte zu Finn.

Heute allerdings, musste sie sich beeilen um rechtzeitig ins Bad zu kommen. Mindestens dreimal musste sie sich übergeben. Der Brechreit schien kein Ende zu nehmen, doch nach etwa einer Stunde hatte sie sich wieder beruhigt. Warum in allen Herrgottsname musste sie sich übergeben? In letzter Zeit hatte sie immer weniger gegessen. Sie bekam einfach nichts runter. Also, dass sie etwas Schlechtes gegessen hatte, schloss Mali sofort aus. Aber was war es dann?

Mali überfiel dieser Brechreiz auch noch die folgenden Tage und auch der Hunger kam allmählich zurück. Dennoch wusste sie immer noch nicht, was los sei.

Zufällig bekam sie in einem Gespräch ihrer Kollegin mit, dass eine Freundin von ihr schwanger sei. In diesem Moment hätte Mali alles darum gegeben, um im Erdboden zu versinken. Zu verschwinden. Für immer. Und nie wieder auftauchen.

Sie war nicht schwanger, nein. Und doch schien es logisch.

Um aber Gewissheit zu haben, rief sie sofort bei ihrer Frauenärztin an, und erkundigte sich nach einem Termin. Den bekam sie auch. Gerade hatte sie das Gespräch beendet, da rief Tom an.

„He, Süße, geht’s dir schon wieder besser?“ „Tom…, ich…ich hab’ eine riesen Angst…, deshalb…, hast du heute Nachmittag Zeit?“, fragte sie ihn und schickte sämtliche Stoßgebete in den Himmel, dass er Zeit haben würde.

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